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04.08.2009

Dekade Projekt des Monats

(pia) Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ausgerufen. BNE hat die Aufgabe, heute Kompetenzen für die Welt von morgen zu vermitteln. Die Stadt Frankfurt am Main beteiligt sich an der Dekade und wurde im Herbst 2008 als Kommune der Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Um die vielfältigen Aktivitäten innerhalb der Stadt einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, stellt das Netzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt" und die Stadt jeden Monat ein beispielhaftes Projekt vor: Für den August wurde das Beschäftigungsfördungsprojekt „Cariteam-Energiesparservice“ ausgewählt.

Auf Initiative des Energiereferates der Stadt Frankfurt hat der Caritasverband Frankfurt e. V. mit seinen Beschäftigungsbetrieben im Dezember 2005 das Projekt entwickelt. Kooperationspartner sind das Rhein-Main-Job-Center (Arge), das Sozialdezernat und das Umweltdezernat der Stadt Frankfurt, die die notwendige Finanzierung übernahmen sowie dem Frankfurter Energieversorgungsunternehmen Mainova.

Schwerpunkte des Projektes sind:
 

  • Qualifizierung von Arbeitslosengeld II – EmpfängerInnen, mit dem Ziel der (Re)Integration in den Arbeitsmarkt
     
  • kostenloses Energieberatungsangebote für Haushalte die im Bezug staatlicher Sozialleistungen stehen
     
  • finanzielle Entlastung der Haushalte
     
  • Beitrag zum Klimaschutz und damit der CO2-Einsparung


Das Besondere am Cariteam-Energiesparservice ist, dass das Projekt die Vermittlung von alltagsnahem Wissen mit dem Aufzeigen konkreter Handlungsmöglichkeiten und einer Erweiterung des individuellen Handlungsspielraums verknüpft. Konkrete Hinweise für ein geändertes Nutzungsverhalten (Strom und Heizenergie) motivieren zu
Verhaltensänderungen und ermöglichen Lerneffekte. Dieses Projekt verknüpft darüber hinaus arbeitsmarkt-, sozial und klimapolitische Ziele in beispielhafter Weise und stellt damit einen zukunftsweisenden Beitrag im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung dar.

Quelle

 

19.03.2009

Sie weiß, was sich Bürger wünschen

Rödelheim. Das eigene Viertel, findet Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, ist wie die «gute Stubb» daheim: Man will sich darin wohlfühlen. Um das zu erreichen, hatte das Nachbarschaftsbüro Rödelheim-West vergangenes Jahr Anwohner nach Vorteilen und Problemen im Stadtteil befragt. Die Ergebnisse der «Quartiersanalyse» wurden am Dienstag im evangelischen Gemeindezentrum vorgestellt.

Das Nachbarschaftsbüro gibt es seit August 2008. Es gehört zum Programm «Aktive Nachbarschaft», einem Projekt der Stadt und verschiedener anderer Träger, unter anderem der Diakonie. «Ziel ist es, die nachbarschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, das Wohnumfeld zu verbessern und das kulturelle Angebot zu erweitern», erläutert Heike Hecker, Quartiersmanagerin und Leiterin des Büros.

Gespräche mit 70 Bewohnern und lokalen Experten, also Leuten, die durch ihre Arbeit oder ihr Engagement mit dem Stadtteil vertraut sind, hat sie zusammen mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik ausgewertet. Dabei hat sie beobachtet: «Den Anwohnern gefällt es insgesamt gut in Rödelheim-West – sie identifizieren sich mit ihrem Stadtteil.»

Vor allem die ruhige und zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die «stabile Nachbarschaft» werden gelobt. Nicht so gut schneiden die vielen Wohnblocks ab – «zu hohe Verdichtung der Wohngebiete», heißt es in der Analyse. Auch die Grünanlagen sind vielfach Grund für Kritik gewesen: Sie seien oft verschmutzt.

Die Bewohner machen außerdem auf unsichere Verkehrsregelungen, fehlende Freizeitangebote und Konflikte zwischen Jung und Alt aufmerksam. Junge Familien wünschen sich einen Spielplatz und bessere Betreuungsangebote für die Kleinsten. Der Verkehr soll ruhiger werden – vor allem in der Westerbachstraße und im Zentmarkweg. Auch die Unterführung am Bahnhof ist vielen ein Dorn im Auge: zu unsicher, zu schmutzig.

Angesichts der Probleme heißt es nun: Ärmel hochkrempeln. «Für eine aktive Nachbarschaft ist wichtig, dass alle anpacken und ihr Zuhause mitgestalten», sagt die Quartiersmanagerin. Dafür müssten Themen gefunden werden, die allen am Herzen liegen.

«Ein gutes Beispiel für gelungene Zusammenarbeit ist unsere Arbeitsgemeinschaft Bolzplatz», sagt Frau Hecker. Mit Jugendlichen aus Rödelheim-West hat sie die AG ins Leben gerufen, um den Sportplatz in der Wolf-Heidenheim-Straße umzugestalten. Fertig ist er zwar noch nicht – «aber die Jugendlichen zeigen Interesse und setzen sich aktiv für den Bolzplatz ein».

«Es soll Begegnung unter den Nachbarn stattfinden – sowohl generations- als auch kulturübergreifend», sagt Heike Hecker. Gesprächsrunden für Senioren und Bewohner mit Migrationshintergrund seien ebenso wichtig wie Angebote für Jugendliche, zum Beispiel in einem Jugendhaus.

2009 wird der Bolzplatz weiter verschönert, zudem soll es Nachbarschaftsfeste geben. Ein Stadtteilfrühstück im Nachbarschaftsbüro soll monatlich angeboten werden – um die «gute Stubb» Rödelheim-West müssen sich Anwohner also keine Sorgen machen.jro

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17.02.2009

Für einen neuen Bolzplatz packen wir selber mit an

Dank der vielen helfenden Hände wurden die rund 740 Quadratmeter des Sportplatzes von Unrat und Wildwuchs befreit. Foto: Glos Dank der vielen helfenden Hände wurden die rund 740 Quadratmeter des Sportplatzes von Unrat und Wildwuchs befreit. Foto: Glos

Rödelheim. «Wir wollen einen neuen Sportplatz!» sagt Rafael (14), was sein Freund Danny mit «Das liegt uns am Herzen» kommentiert. Einen Anfang haben die Jungs nun selber gemacht, jetzt muss nur noch die Stadtverwaltung auf der Grundlage aufbauen. Denn in nur wenigen Stunden befreiten die Jugendlichen den Bolzplatz am Ende der Wolf-Heidenheim-Straße von Müll, rechten das Laub zusammen und schnitten die Sträucher.

Wie ernst es Rafael, Danny und Co. mit dem Wunsch ist, hatte sich schon in der Jugendversammlung im «RAUM» zur Vorbereitung der Aktion gezeigt. Mehr als 40 Jugendliche verpflichteten sich schriftlich mitzuhelfen. Und sie kamen auch.

«Versprochen und schließlich getan. Das macht richtig Spaß», meint Danny (16 ), als er gerade drei Meter lange Äste beseitigt. Mit Heckenscheren, Sägen und Rechen ging es Haselnussstämmen, Feuerdorn und Rankgewächsen an den Kragen. Die älteren Jugendlichen hatten auch Motorsägen von daheim mitgebracht, um die Arbeit professionell zu beschleunigen. Auch ein paar Nachbarn halfen mit: Sie holten Haselnussstämme zur Weiterverwertung...

Sozialpädagoge Harald Streck sagt: «Wir als Nachbarn ein klares Interesse an der Erneuerung des Platzes.» Das Tempo des Engagement zeige, wie ernst es den Jugendlichen mit ihren Wünschen ist. Selbstverantwortliches Handeln der jungen Leute für Verbesserungen der Situation im Stadtteil werde gefördert. Das Grünflächenamt werde dann die Koordination der anstehenden Platzerneuerung übernehmen. In einem Rundschreiben hatte Quartiersmanagerin Heike Hecker die Nachbarn von der Aktion informiert. Rafael, Danny und Abdurrahim halfen ihr dabei, verteilten das Flugblatt in Briefkästen und waren auch bei der Großreinemachaktion dabei. Jetzt hoffen die Jugendlichen, dass nun die Stadt handelt. Das Gelände soll erweitert, der Bodenbelag erneuert und außerdem neue Tore angeschafft werden. Der Ortsbeirat 7 wird sich in seiner Sitzung am 3. März sich der Forderungen der Jugendlichen annehmen. glo


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Am Klavier ist sie überall daheim

Berta Bresler am Klavier, das ihr samt Raum von der Bürgerinitiative am Bügel zur Verfügung gestellt wird. Foto: Martin Weis Berta Bresler am Klavier, das ihr samt Raum von der Bürgerinitiative am Bügel zur Verfügung gestellt wird. Foto: Martin Weis

Von Meral Karsan

Nieder-Eschbach. Wenn Berta Bresler am Klavier sitzt, dann holt sie sich ein Stück Heimat in den Ben-Gurion-Ring. Die Pianistin bringt den Raum mit den Klängen Russlands zum Schallen, spielt sie Volkslieder vom Baikal. Vor zwölf Jahren musste sie diese Heimat verlassen: «Als Kontingentflüchtling (Flüchtlinge, die in festgelegten Anzahlen gleichmäßig auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden, Anm. d. Red.) bin ich nach Deutschland gekommen», sagt Berta Bresler nach einer langen Atempause. Schaut kurz über ihre Brille, scheint zu hoffen, dass diese Antwort reicht. Das Thema ist der Jüdin unangenehm. Sie will nicht darüber reden. «Ich lebe hier sehr gut», erklärt sie und winkt weitere Fragen zu ihrer Emigrationsgeschichte ab.

Mit hier meint die Musikerin den Ben-Gurion-Ring. Dort haben sie und ihr Ehemann sich 1997 niedergelassen. «Wir haben uns sehr, sehr gut eingelebt», sagt sie. Sie hat Freunde gefunden, vor allem in der Bürgerinitiative am Bügel (BI), wo sie Klavierunterricht gibt und in einer Musikgruppe unter anderem ihre Passion weiter leben lässt.

Auch wenn es im Frankfurter Norden wenig gibt, was die Russin an ihre einstige Heimat erinnert, durfte die 56-jährige Pianistin doch das ihr Wichtigste aus Moskau mitbringen: ihren Beruf. Schon von den ersten Tagen an hat Berta Bresler weiter als Klavierlehrerin gearbeitet. Erst einmal in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, später auch ehrenamtlich am Bügel.

Wenn sie mit ihren gepflegten Händen, den Fingern mit den kurzen, akkuraten Nägeln die Tasten anschlägt, dann sind dies ihre wichtigsten Werkzeuge. Wenigen Menschen, die notgedrungen ihre Heimat verlassen und in ein neues Land ziehen müssen, ist es gegönnt, ihren Beruf weiter auszuüben. Die Klavierlehrerin hat dieses Glück.

Seit mehr als einem Jahr gibt sie auch Klavierunterricht am Bügel für die BI: «Für die Kinder hier, denn ich liebe Kinder und ich liebe meine Arbeit.» Warum also nicht ehrenamtlich diese Arbeit weitergeben. Ein paar Euro bekommt sie für dieNoten, mehr müssen die Eltern nicht bezahlen. Wo sonst Fußball oder Handball als die beliebtesten Hobbys gelten, die Hobbys durch die Jugendliche von der Straße geholt werden, hat mit Berta Bresler ein Stück Hochkultur für die Kinder Einzug erhalten. Die BI stellt den Raum im Ben-Gurion-Ring 8 samt Klavier, Berta Bresler gibt jeden Samstag ihre Erfahrung im Unterricht dazu. Eines allerdings erwartet die Lehrerin von ihren Schützlingen. «Sie müssen üben, üben, üben», das sei das Wichtigste. Klavierspielen erfordere Disziplin. «Die haben die Kinder in Deutschland eher selten.»

Für das kleine Mädchen Berta hingegen habe Disziplin zum Alltag gehört. «Russische Methodik», nenne sich das, wenn es um die Musik geht. Sie musste schon früh viel Arbeit in die Musik investieren. «Draußen haben wir nicht viel gespielt », erinnert sie sich. Die heutige Pianistin war fünf, als die «Russische Methodik» für sie begann. Ihre Mutter ging mit ihr zum Klavierunterricht. Darauf folgte ein Leben, das von 16 Jahren Musikausbildung geprägt war. Mit 27 ging sie dann als junge Mutter von zwei Söhnen ans Konservatorium in Moskau. Sie lernte zu lehren. Und neben ihrem Leben als Mutter und Ehefrau machte sie ihr Diplom in der Klavierkunst.

Zwar habe sie oft auch Konzerte gegeben, erzählt sie. Doch seit 40 Jahren unterrichtet sie, vor allem Kinder. Mittlerweile gibt sie aber auch am Bügel Konzerte. Gemeinsam mit Waltraud Vanessa Hasbach, die sie vor sechs Jahren kennen gelernt hat. 2005 haben sie die Idee weiter entwickelt und ihre Runde erweitert. Heute ist es eine Musikgruppe mit fünf Mitgliedern, die wöchentlich zusammen üben und Konzerte geben. So hat Berta Bresler Stück für Stück den Bügel zu ihrem zu Hause gemacht, «wo ich mich sehr wohl fühle», sagt sie. Und für die Kinder vom Bügel ist es eine außergewöhnliche Gelegenheit, die ihnen geboten wird.


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14.02.2009

Die Streitschlichter planen ein großes Fest

Sie sind nur das halbe Team: Ursula Reul (v. l.), Ludolf Müller, Christine Itter, Adelheid Müller-Leins. Foto: Rüffer Sie sind nur das halbe Team: Ursula Reul (v. l.), Ludolf Müller, Christine Itter, Adelheid Müller-Leins. Foto: Rüffer

Nordweststadt. Dass seine Wahl auf die Nachbarschaftsvermittler aus der Nordweststadt gefallen ist, das hatte der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Nordweststadt, Niederursel) schon verkündet (wir berichteten). In seiner Sitzung am Donnerstagabend übergab Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU) nun den mit 800 Euro dotierten Stadtteilpreis an die ehrenamtlichen Streitschlichter.


Auch wenn das Zeremoniell – Nattrodt übergab ganz profan einen Umschlag mit dem Geld – recht schlicht blieb, Ludolf Müller, und seine Mitstreiter freuten sich über diese Anerkennung. «Je bekannter wir werden, desto gefragter sind wir», berichtete Müller. Das Ziel der acht Streitschlichter, die im Zuge des Projekts «Soziale Stadt» ausgebildet wurden, sei klar: «Wir wollen, dass sich die Bewohner in der Nordweststadt wohl fühlen.» Dafür müssten Reibereien in den Häusern ausgeräumt werden, bevor sie zu bösartigen Konflikten werden. «Wir helfen gern, die Zahl der Störenfriede möglichst gering zu halten.»


Damit das klappt, wollen die Preisträger ihren Radius noch ausweiten. «Wir wollen die Wohnungsgesellschaften ermuntern, Mieterversammlungen einzuberufen und Nachbarschaftsfeste auszurichten», kündigte Müller an. Dafür wollen die Ehrenämtler auch das Preisgeld einsetzen: Am 27. Mai, dem Europäischen Nachbarschaftstag, soll auch in der Nordweststadt gefeiert werden.ing


Kontakt zu den Nachbarschaftsvermittlern können Interessierte unter den Rufnummern 95 73 86 13 oder (01 60) 98 78 37 99 aufnehmen.

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(cached version 2009-02-14 06:45:17, next update: 07:05:17)

 

26.01.2009

Hier können alle lernen

Nordweststadt. Eltern haben sich in der Nordweststadt einen Traum erfüllt: Am Wochenende eröffneten sie «Al-Karama» im Kleinen Zentrum an der Thomas-Mann-Straße. In diesem Eltern-Kind-Zentrum sollen von nun an kleine Nordweststädter, vor allem Kinder mit Migrationhintergrund, betreut, unterhalten und ausgebildet werden. Ziel der Gründer –allen voran der Internationale Verein für Kinder und ihre Eltern (IVKF) – ist es, die Kinder so früh wie möglich zu fördern, um sie bestmöglich auf Schule und Ausbildung vorzubereiten.

Das neue Zentrum ist 150 Quadratmeter groß. In die freundliche, helle Einrichtung haben die Eltern viel Arbeit gesteckt. Im Info-Cafe können sich die Mütter nun täglich von 10 bis 13 Uhr zum Frühstück treffen und sich austauschen. Einmal wöchentlich soll ein Väter-Treff im Zentrum Fuß fassen.

Für die ganz Kleinen gibt es eine Mutter-Kind-Gruppe, in der unter Anleitung vor allem an der Beziehung zum Kind gearbeitet wird. Für Kinder ab fünf Jahren wird an jedem ersten Samstag im Monat ein Ausflug organisiert. Zwei Erzieherinnen nehmen sie mit ins Museum, ins Schwimmbad, ins Konzert oder in den Zoo.

Geplant ist noch viel mehr: Muttersprach-Kurse soll es geben. Den Anfang macht Arabisch für Kinder ab drei. Unter dem Titel «Mama lernt Deutsch» steht ein Sprachkurs für Mütter. Sie lernen, Gespräche in der Schule, beim Arzt oder auf Ämtern zu führen. Auch Erziehung wird geübt. Gemeinsam machen sich Eltern daran, ihren Familienalltag besser zu verstehen und zu bewältigen. Diskutiert werden Themen wie Kommunikation, Ernährung oder Strenge.

Eine sehr praktische Hilfe für die Familien wird die «Spontanbetreuung» an den Samstagen. Eltern bleiben ein paar ruhige Stunden für ihre Besorgungen, während ihre Kinder – ohne Voranmeldung – im «Al-Karama» zum Spielen und Toben willkommen sind.

«Ich wäre froh gewesen, hätte es ein solches Angebot schon früher gegeben», lobte eine Nordweststädterin, die zur Eröffnung gekommen war. «Nicht nur das vielfältige Angebot ist großartig, sondern auch der Austausch mit anderen Müttern.»

Die Initiative für das neue Zentrum, dessen Namen übersetzt «Jeder Mensch verdient es, geachtet zu werden» heißt, geht auf den IVKF zurück, der 2006 von Eltern gegründet wurde. Mitgründerin Fatima Bousrouf und Zamira Benjelloun waren stolz, dass zur Eröffnung so viele Menschen kamen. Auch Stadträtin Daniela Birkenfeld (CDU) war vom Andrang beeindruckt. Sie sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass das Projekt der Eltern Unterstützung verdiene. Neben der Stadt halfen und helfen auch das Nachbarschaftsbüro, die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde und die BHF-Bank-Stiftung. «Einrichtungen wie diese machen die Stadt lebendig und sind eine wichtige Anlaufstelle zum Austausch – unter den Kulturen, unter den Generationen», lobte nicht nur die Stadträtin.eck

Das neue Eltern-Kind-Zentrum des IVKF an der Thomas-Mann-Straße 6 öffnet montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr. Informationen gibt es unter der Telefonnummer 25 71 04 26 oder via E-Mail an: fa.bousrouf@hotmail.de.


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11.12.2008

Integration gelungen

Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (2.v.l.) zeichnete aus: (v.l.) Helmut Belser, Peter Benesch und Albina Nazarenus-Vetter (DJR). Foto: Weis Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (2.v.l.) zeichnete aus: (v.l.) Helmut Belser, Peter Benesch und Albina Nazarenus-Vetter (DJR). Foto: Weis

Eckenheim.Zum siebten Mal hat die Stadt den Integrationspreis vergeben. Je 5000 Euro erhielten bei der Feierstunde im Römer die beiden in Eckenheim beheimateten Vereine «Deutsche Jugend aus Russland» und der Kleingartenverein sowie die Sportjugend Frankfurt mit Sitz in Sachsenhausen. Damit würdigt die Stadt das Engagement von drei Vereinen und Institutionen, die sich um die Integration und Gleichberechtigung ausländischer Bürger im Alltag verdient gemacht haben und die für eine gegenseitige Anerkennung der Kulturen eintreten.

Mit dem Vorsitzenden der Sportjugend Frankfurt, Peter Benesch, und der DJR werden gleich zwei Mitgliedsverbände des Frankfurter Jugendrings geehrt. «Wir sind sehr stolz, dass ein Jugendverband und ein langjähriger Vorsitzender eines Jugendverbands mit diesem Preis ausgezeichnet werden», sagte Jan Lamprecht, Vorsitzender des Frankfurter Jugendrings.

In ihrer Arbeit zeigten die Verbände mit Hausaufgabenhilfe, Ferienfreizeiten sowie sportlichen und kulturellen Angeboten, dass Integration von Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft im Alltag möglich ist. «Diese Verbände zeigen, wie wichtig ehrenamtliche Jugendverbandsarbeit für den Prozess der Eingliederung ist.» Jugendliche würden dort selbst zu Vorbildern von Jüngeren und gäben ihre Erfahrungen weiter, direkter kann Jugendarbeit kaum sein, betonte Lamprecht.

Auch der Landesbeauftragte der Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Friedrich, meldete sich zu Wort. Er erinnerte daran, dass es eine hessische Spezialität sei, die schon länger hier lebenden Spätaussiedler in die Integrationsarbeit einzubeziehen, was von der DJR in Frankfurt in besonderer Weise praktiziert werde. Er wies er darauf hin, dass der DJR-Landesverband Hessen bereits 2004 den Integrationspreis des Landes erhalten habe.

Helmut Belser leitet seit mehr als 14 Jahren den Kleingartenverein Eckenheim. Sein Engagement gelte der gleichberechtigten Vergabe frei gewordener Gärten an alle Bürger unabhängig ihrer Herkunft. «Sein Wirken ist die Basis für die kulturelle Vielfalt in der Kleingartenanlage sowie für das kooperative und freundschaftliche Miteinander», lobte die Jury. red


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08.12.2008

Sie helfen, wenn Nachbarn streiten

Ludolf Müller ist unter den Stadtteilvermittlern der Hahn im Korb. Um ihn herum gesellen sich Ursula Reul, Gabi Dincker, Anette Püntmann, Christine Itter und Adelheid Müller-Laus (von links) . Foto: Rainer Rüffer                                             Ludolf Müller ist unter den Stadtteilvermittlern der Hahn im Korb. Um ihn herum gesellen sich Ursula Reul, Gabi Dincher, Anette Püntmann, Christine Itter und Adelheid Müller-Laus (von links) . Foto: Rainer Rüffer

Von Meral Karsan

Nordweststadt. Wenn das tägliche Essen auf dem Herd zum Problem unter Nachbarn wird, ist Adelheid Müller-Laus gefordert. Die 62-Jährige ist «Nachbarschaftsvermittlerin» aus der Nordweststadt und hat in solchen Fällen schon oft geschlichtet. «Natürlich ist es gewöhnungsbedürftig, wenn der eine Nachbar etwas kocht, was für den anderen erst einmal stinkt. Damit es gar nicht erst zum Streit kommt, arbeiten die Rentnerin und ihre sieben Kollegen für die Lösung solcher Fälle. Sie reden mit den Streitparteien, bringen sie an einen Tisch und versuchen zu schlichten. Man müsse nur akzeptieren, dass jeder seine eigenen Kochgewohnheiten hat: «Für den einen ist das Sauerkraut auf dem Herd unerträglich, ein anderer kann mit dem Dunst von Curry nichts anfangen.»

Die Ehrenamtlichen wenden für diese Arbeit im Stadtteil einen großen Teil ihre Freizeit auf. Der Grund liegt für sie auf der Hand: «Wir möchte unseren Teil zu einer angenehmeren Wohnatmosphäre hier beitragen», erklärt Ludolf Müller (70). Deshalb verpflichteten sie sich dem Projekt, das von der Initiative «Aktive Nachbarschaft» ins Leben gerufen wurde.

Für den Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Nordweststadt, Niederursel) ist diese Motivation Grund zur Ehrung: Er zeichnet die «Nachbarschaftsvermittler» mit dem Stadtteilpreis aus. Im Februar soll die Initiative die Auszeichnung, die mit 800 Euro dotiert ist, entgegen nehmen. «Das Geld werden wir für Treffen im Stadtteil verwenden, damit sich die Nachbarn in netter Atmosphäre kennenlernen können», sagt Müller. Zur Vorbeugung.

Kinderlärm, Müll im Treppenhaus, laute Musik, falsch parkende Autos: Daran entzünden sich Nachbarschaftskonflikte, die manchmal Jahre andauern und das Zusammenleben belasten. Der Streit eskaliert dann, wenn Nachbarn nicht miteinander reden. Oft würden Banalitäten zu großen Missverständnissen und schließlich zum Streit führen. Auch die Sauberkeit sei so manches Mal ein Problem.

Ein wichtiger Auslöser dieser Probleme sei nicht selten das hohe Alter vieler Bewohner der Nordweststadt, sagt Müller. So wie der 70-jährige, ehrenamtliche Vermittler lebten viele ältere Menschen schon seit mehr als 40 Jahren im Stadtteil. «Da fällt es manchen schwer, die Jüngeren zu verstehen.» Gerade kulturelle Unterschiede seien nicht immer leicht zu akzeptieren: «So wie das eine Mal, als sich ein älterer Mann darüber aufgeregt hat, dass sein junger türkischer Nachbar das Treppenhaus nicht putzt.» Müller brachte die beiden Männer zusammen, ehe der Streit eskalierte. Ohne die Vermittlung hätten die beiden Männer nicht zusammengefunden, sagt er.

Oft versteht der eine nicht, was das Problem des anderen sei. Auch den Vermittlern falle es nicht leicht, unparteiisch zu bleiben. «Uns aber nicht auf eine Seite zu stellen, lernen wir in Schulungen.» Vor zwei Jahren absolvierte das Team einen Mediationskurs, der vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes zusammen mit dem Mediatorenteam Rhein-Main angeboten wurde. Neben der theoretischen Herangehensweise lernten die Teilnehmer durch Rollenspiele, sich in die Lage beider Streitparteien zu versetzen – und gemeinsam mit ihnen einen Kompromiss zu finden.


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Hier gibt es Rat & Unterstützung

Nordweststadt. Die Initiative Nachbarschaftsvermittlung ist vor einigen Jahren im Zuge des Quartiersmanagements in der Nordweststadt entstanden. Gesucht wurden damals Bewohner aus dem Stadtteil, die bereit sind, bei Nachbarschaftskonflikten zu vermitteln, mit den Konfliktparteien Lösungen zu finden und so ein zufriedenes nachbarschaftliches Zusammenleben zu fördern. Da kann es um Konflikte mit Jugendlichen ebenso gehen wie um die Ordnung an der Mülltonne. Für diese Aufgabe werden die ehrenamtlichen Helfer extra ausgebildet.


Die Nachbarschaftsvermittler treffen sich einmal im Monat, um Erfahrungen aus der Praxis austauschen. Das Büro befindet sich in der Nordweststadt im Niddaforum 13.

Nähere Informationen gibt es unter der Rufnummer 95 73 86 12. mer


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05.12.2008

Sie bringt die Nachbarn zusammen

Marja Glage ist Quartiersmanagerin der Hermann-Brill-Siedlung. Foto: Maik Reuß Marja Glage ist Quartiersmanagerin der Hermann-Brill-Siedlung. Foto: Maik Reuß

Von Hans Schrönghammer

Sindlingen. Kontrovers ging es zu in der Meisterschule bei der Eröffnungsveranstaltung zum Frankfurter Programm «Aktive Nachbarschaft» in der Hermann-Brill-Siedlung. Gekommen waren rund 50 Zuhörer, die nach einer kurzen Diskussionsrunde mit Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), Caritasdirektor Hartmut Fritz und Quartiersmanagerin Marja Glage Kritik und Zustimmung an dem Projekt gleichermaßen laut werden ließen.

Der härteste Vorwurf kam aus dem Publikum von einem älteren Einwohner, für den die Siedlung bereits seit 45 Jahren Heimat ist. «Das Leben war früher hier lebenswert, was es heute nicht mehr ist. Die Hermann-Brill-Straße ist mittlerweile ein Slum», so der Anwohner, der Marja Glage vorwarf, nur die «schöne Seite » zu beschreiben. Dem hielt eine ebenfalls alteingesessene Bewohnerin entgegen: «Frau Glage kann von heute auf morgen nicht alles ändern, hat aber schon viel erreicht.»

Die Stadt organisiert inzwischen acht Projekte im kommunalen Programm «Aktive Nachbarschaft». Sindlingen wurde im Frühjahr 2008 aufgenommen, seit Mitte des Jahres kümmert sich Marja Glage um die Brill-Siedlung und hat sich dort allein schon mit einer umfangreichen Befragung der Anwohner bekannt gemacht.

Daniela Birkenfeld sprach eingangs von «unserem Zuhause», das dort sei , wo man sich wohlfühle. Und wohl fühle man sich «in einer intakten Nachbarschaft.» «Uns geht es darum, Nachbarschaft zu stärken», fügte Birkenfeld hinzu, die später einen persönlichen Wunsch äußerte: «Für mich wäre es wichtig, dass neue und alte Bewohner zu einer Kultur des gemeinsamen Umgangs finden – ob mit oder ohne Kopftuch.» Damit war angesprochen, dass in der Brill-Siedlung sich Deutsche und Ausländer die Waage halten. Im Publikum waren allerdings kaum Migranten zu finden. Eine Ausländerin bemerkte, dass sie weniger Probleme mit den Deutschen hätte als mit ihren «eigenen Leuten, weil ich kein Kopftuch trage».

Hartmut Fritz unterstrich die Möglichkeiten der Caritas bei ihrem Einsatz in «80 Einrichtungen quer durch die Stadt». «Durch unser Netzwerk haben wir für die Wechselfälle des Lebens Hilfe parat», sagte Fritz und blickte hoffnungsfroh in die Zukunft: «Wenn die Menschen richtig angesprochen werden, sind sie auch bereit sich zu engagieren.»

Als Fritz dann noch die «Faszination des Programms» lobte, in dem die Philosophie der Caritas zur Geltung komme, war erstmals Protest aus dem Publikum zu hören: «Es wird nur herumgeredet.» In Sachen «Sauberkeit» renne man gegen eine Wand, war weiter zu vernehmen und weiter: «Es sind kleine Ghettos entstanden, wo kein Deutsch mehr gesprochen wird.» Eine andere Stimme aus dem Kreis der Zuhörer klagte: «Die Bevölkerung hier hat sich ganz erheblich verändert, wenn sie hier motivieren wollen, dann müssen sie damit rechnen, dass ihnen am nächsten Tag die Reifen durchgestochen sind.» Und selbst der Hinweis auf den gelungen sanierten Spielplatz wurde gekontert: «Der Spielplatz ist gut und schön, aber mittags liegen die Besoffenen in der Schaukel drin.»

Fritz mochte sich von den Beschwerden nicht entmutigen lassen. «Es würde mich sehr wundern, wenn in Sindlingen nicht erreicht werden könnte, was in anderen Quartieren möglich war.» Hilfreich könnte dabei ein Vorschlag aus dem Publikum sein: «Wir müssen türkische Mitarbeiter finden, die ihre Landsleute in ihrer Sprache ansprechen können.» Marja Glage will sich jedenfalls um die Verbesserung der nachbarschaftlichen Kontakte bemühen, berichtete auch von großem Interesse an Sprachangeboten.


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03.12.2008

Sie führen durch den Stadtteil

Annette Püntmann (l.) und Gabi Dincher zeigen den neuen Stadtteilatlas für die Nordweststadt. In ihm ist auf 110 Seiten aufgelistet, was der Stadtteil an sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten alles zu bieten hat. Foto: Martin Weis Annette Püntmann (l.) und Gabi Dincher zeigen den neuen Stadtteilatlas für die Nordweststadt. In ihm ist auf 110 Seiten aufgelistet, was der Stadtteil an sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten alles zu bieten hat.

Foto: Martin Weis

Nordweststadt. Die Nordweststadt hat jetzt ihr eigenes «Telefonbuch». Von der Kinderkrippe über den Verleih von Bühnentechnik bis hin zur Scheidungsberatung sind darin alle aufgeführt, die sich als Anlaufstelle für die Bewohner aus dem Stadtteile verstehen. Im neuen «Stadtteilatlas» finden Nordweststädter das soziale, kulturelle und sportliche Angebot auf 110 Seiten. Heute Mittag wird die informationsreiche, kostenlose Broschüre auf dem Walter-Möller-Platz am Nordwestzentrum verteilt.


Mehr als ein Jahr lang haben die beiden Quartiersmanagerinnen Annette Püntmann und Gabi Dinche aus dem Nachbarschaftsbüro und Mitglieder der Psychosozialen Arbeitskreises Nordweststadt an der neuen Broschüre gearbeitet. Alle sozialen Einrichtungen, Vereine, Organisationen, Initiativen und Kirchengemeinden haben sie angeschrieben, um Kontaktdaten und eine Beschreibung ihres Angebotes gebeten. Von Kindertagesstätten und Schulen über Angebote für Familien und Senioren bis hin zu Beratungsstellen, Ärzten und Sportmöglichkeiten und politischen Gremien wie dem Ortsbeirat.


Ziel des «Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft», das in der Nordweststadt vom Diakonischen Werk getragen wird, ist es, die Bewohner zu aktivieren und Bürgerengagement zu fördern. Dabei soll der Stadtteilatlas ein wichtiger Baustein sein: Neu-Nordweststädtern bietet er erste Orientierung, wer schon länger im Stadtteil wohnt, findet, was er bisher noch nicht kannte und dazu Anregungen, sich selbst im Stadtteil zu engagieren.


Der Stadtteilatlas erscheint zunächst in einer Auflage von 500 Stück. «Es hat recht lange gedauert, die Broschüre zu erstellen. Deshalb bringen wir erst einmal eine kleinere Auflage raus. Und legen sie neu auf, sollten Fehler auftauchen», so Annette Püntmann. Wie in Zukunft dafür gesorgt werden kann, dass die umfangreiche Adressensammlung auf dem aktuellen Stand bleibt, ist noch nicht geklärt. «Wir wollen das gern pflegen. Das könnte zumindest im Internet gehen. Wie genau, haben wir noch nicht geklärt», so Püntmann.


Sie wird heute, Mittwoch, gemeinsam mit ihrer Kollegin Gabi Dincher auf dem Wochenmarkt am Walter-Möller-Platz sein und den Stadtteilatlas verteilen. Von 11 bis 15 Uhr sind die Frauen an ihrem «Marktstand». Wer es nicht schafft, zum Markt zu kommen, erhält den Stadtteilatlas später im Sozialrathaus, im Bürgeramt Nordweststadt, in der Stadtteilbücherei oder im Nachbarschaftsbüro (Nidaforum 13).ing

 

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27.11.2008

Wünsche und Anregungen für die Wohnsiedlung

27.11.2008

Daniela Birkenfeld startet das Quartiersmanagement in der Hermann-Brill-Siedlung

 
Stadträtin Prof. Dr. Birkenfeld, © Stadt Frankfurt
 
Stadträtin Prof. Dr. Birkenfeld, © Stadt Frankfurt

(pia) Der Caritasverband trägt seit diesem Jahr das Quartiersmanagement des städtischen Programms „Aktive Nachbarschaft“ in der Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen. Die Caritas und die Stadt Frankfurt laden nun zum offiziellen Start des Projekts in die Meisterschule (Herbert-von-Meisterstraße 5) ein, und zwar am Mittwoch, 3. Dezember, ab 17 Uhr.

 

Nach einer Informations- und Talkrunde mit Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, Caritasdirektor Hartmut Fritz und Quartiersmanagerin Marja Glage sind die Bewohnerinnen und Bewohner aufgefordert, ihre Wünsche und Anregungen für die Weiterentwicklung des Viertels einzubringen und die Arbeitsschwerpunkte für die nächsten Monate mitzugestalten.

Marja Glage hat bereits eine erste Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt, deren Ergebnisse an diesem Abend vorgestellt werden. Sie nimmt Anregungen auch im Quartiersbüro in der Hermann-Brill-Straße 3 entgegen. Ihre Sprechzeiten sind dienstags von neun bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 19 Uhr. Telefonisch ist die Quartiersmanagerin unter der Telefonnummer 069/3756397-20 zu erreichen.

 
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26.11.2008

 

Gastbeitrag

An einem Strang

Entscheidend bei Hilfen ist, dass sie aufeinander abgestimmt sind.
 
DANIELA BIRKENFELD

Das Schwerpunktthema Kinderarmut hat den Jugendhilfeausschuss als gemeinsames Gremium von freien Trägern, Politik und Verwaltung beflügelt. Die Mitglieder der Fachausschüsse nutzten in den vergangenen Monaten intensiv die Gelegenheit, ihre Erfahrungen aus der täglichen Arbeit in Diskussionen über eine neue strukturelle und strategische Ausrichtung einzubringen. Seit Jahren berichten Kindertagesstätten, Schulen sowie Kinder- und Jugendhäuser von hungrigen Mädchen und Jungen oder Kindern, die nicht der Witterung angemessen gekleidet sind. Es brennt der sozialen Fachwelt in Frankfurt unter den Nägeln, solchen Folgen von Elternarmut entgegenzuwirken und allen Kindern eine gute Entwicklung zu ermöglichen.

In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurden die Berichte und Vorschläge der Fachausschüsse zusammengeführt und beschlossen. Teilweise mündeten die Ideen direkt in Anträge zum Haushalt 2009. Teilweise muss recherchiert werden, welche Vorschläge kurz-, mittel- und langfristig umsetzbar sind und was die Realisierung kosten würde. So hat die Verwaltung einen ganzen Packen Hausaufgaben mitgenommen, die bis zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Juni 2009 erledigt sein müssen, damit die Ergebnisse rechtzeitig zu den Beratungen für den Haushalt 2010/2011 vorliegen.

Mindestens ebenso wichtig wie die einzelnen Vorschläge war die große Zustimmung zum ressortübergreifenden Arbeitsansatz der städtischen Verwaltung. Im April hatte der Jugendhilfeausschuss die Einrichtung einer Arbeitsgruppe befürwortet, um das Thema Kinderarmut aus einer breiteren Perspektive zu betrachten. Dabei stellte sich schnell heraus, dass wir die Teilhabe- und Entwicklungschancen aller Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt im Blick haben müssen. In seiner Sitzung am Montag sprach sich der Jugendhilfeausschuss dafür aus, die Arbeitsgruppe mit dieser Zielsetzung fortzuführen.

Es liegt auf der Hand: Wenn wir die Situation der Kinder weiter verbessern wollen, müssen wir alle Aspekte von den Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten über das Bewegungsangebot bis hin zur Wohnsituation einbeziehen. Entsprechend sind in der Arbeitsgruppe neben den Dezernaten Soziales und Bildung die Ressorts Gesundheit, Sport, Umwelt, Stadtplanung, Wohnen, Kultur sowie die Rhein-Main Jobcenter, die Stadtbücherei, das Kinderbüro und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten vertreten. Diese Dezernate, Ämter und Gesellschaften tragen schon jetzt gemeinsam mit den freien Trägern dazu bei, Benachteiligung von Kindern durch ihre Lebensumstände auszugleichen und sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Das entscheidende ist jedoch, dass alle Angebote miteinander verknüpft und aufeinander abgestimmt werden.

Die Untersuchung bundesweiter Hilfsangebote durch das Deutsche Jugendinstitut stützt diesen Ansatz. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis: "Nicht einzelne Modelle für sich können eine gute Versorgung von Familien mit Unterstützungsangeboten gewährleisten und den Schutz von Kindern verbessern, dies gelingt nur in einem umfassenden und differenzierten Netzwerk Frühe Hilfen." Was die Untersuchung für den ersten Lebensabschnitt aussagt, gilt letztlich für alle Phasen der Kindheit und Jugend.

Für die Koordinierung der Frühen Hilfen haben wir im Jugend- und Sozialamt kürzlich ein neues Team geschaffen, das auch das Kinderschutztelefon bedient, 0800/ 20 10 111. Dort rufen nicht nur Eltern, Kinder und Nachbarn an, sondern auch Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, Hebammen und Ärzte. Sie wollen wissen, wo es weitergehende Unterstützungsangebote für die Besucher ihrer Einrichtungen gibt. Das Hilfenetz in der Großstadt Frankfurt ist einfach zu umfangreich, als dass jeder jedes Angebot kennen könnte.

Neben den Entwicklungen auf der übergeordneten Ebene ist mir der sozialräumliche Aspekt besonders wichtig. Der Frankfurter Caritasdirektor Hartmut Fritz, der auch stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses ist, hat das Thema zu Recht in der Sitzung angesprochen. Unsere positiven Erfahrungen in den Quartieren des "Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft" bestätigen dies. Dort stehen soziale Einrichtungen, Vereine, Kirchen und andere Initiativen in engem Kontakt, stimmen sich ab, bündeln ihre Kräfte und lösen viele Herausforderungen durch gemeinsame Anstrengungen.

Dort, wo es kein Quartiersmanagement gibt, könnten Stadtteilkonferenzen die Vernetzung der Institutionen vor Ort übernehmen. Das Sozialrathaus Bornheim lädt regelmäßig zu Stadtteilkonferenzen ein. Im Gespräch mit Vertretern von sozialen Einrichtungen, Stiftungen, Sozialbezirksvorstehern, Ortsbeiratsmitgliedern, Kinder- und Seniorenbeauftragten lassen sich viele Dinge klären. Gleichzeitig erfährt die Verwaltung, wo es an etwas fehlt und kann auf ungünstige Entwicklungen frühzeitig reagieren.

Bei der jüngsten Stadtteilkonferenz war die zunehmende soziale Bedeutung des gemeinsamen Mittagstisches ein Thema. Teilnehmer berichteten, dass es schon Mittagsangebote für Kinder gibt, die aber längst nicht mehr ausreichen. Dies hat mich noch einmal bestätigt, wie wichtig es ist, Mittel für den Ausbau der Mittagsversorgung - besonders unter dem Aspekt des sozialen Miteinanders - bereitzustellen. Der ressortübergreifende Arbeitsansatz, den der Jugendhilfeausschuss bestärkt hat, kann in Verbindung mit der sozialräumlichen Ausrichtung und der guten Kooperation mit freien Trägern viel für die Kinder und die Familien bewirken. Die konzentrierte Arbeitsatmosphäre und die Offenheit, die wir im Jugendhilfeausschuss erlebt haben, machen mich zuversichtlich. Alle ziehen an einem Strang.
 

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Erscheinungsdatum 26.11.2008
 

24.11.2008

  

Unter Youtube wurde folgendes Video veröffentlicht:

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Hip-Hop-Stars zeigen, wie’s geht

Video von der Nordi Jam Part 2

D-Flame schwärmte von dem Auftritt beim „Nordi Jam“ im Nordwestzentrum. Er heizte dem Publikum ein, lobte den Nachwuchs und dann ging es ab nach Leipzig, wo er noch am selben Abend auf der Bühne stehen musste. Fotos: Martin Weis D-Flame schwärmte von dem Auftritt beim «Nordi Jam» im Nordwestzentrum. Er heizte dem Publikum ein, lobte den Nachwuchs und dann ging es ab nach Leipzig, wo er noch am selben Abend auf der Bühne stehen musste. Fotos: Martin Weis

Nordweststadt.Der 17-jährige Murat schwärmt: «Für mich sind meine Freunde wie Familie. Wir kennen uns schon seit der Kindheit und wohnen alle in der gleichen Straße.» Das sind neben Murat seine Freunde Alkan, Deniz, Soufian und Billo-Ka. Sie leben in der Antoniusstraße oder «Anton», wie sie sie nennen. Dort, zwischen grauen Häuserblocks und in Hinterhöfen treffen sie sich, um Fußball zu spielen und zu reden, vor allem über ihre Musik, den Hip-Hop.

Eine unbeschwerte Kindheit und Jugend ist hier nicht die Regel, nach außen geben sich die Jugendlichen oft hart und unnahbar. Die Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken, ihre Emotionen in produktive Bahnen zu lenken und das, was sie tagtäglich auf den Straßen erleben, zu verarbeiten erscheinen begrenzt. Und doch gibt es sie. «Ich schreibe schon seit vier oder fünf Jahren an eigenen Songtexten», verrät Murat. Der Hip-Hop, entstanden in den amerikanischen Ghettos der 80er Jahre, ist für den Schüler und seine Freunde ein Ventil.

An musikalischen Vorbildern aus der Region mangelt es ihnen nicht. Deutschlandweit ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Nordweststadt als Talentschmiede im deutschen Hip-Hop und Rap anzusiedeln. Zu den bekanntesten Namen zählen die Sängerin Senna der Casting-Band «Monrose», die durch die Fernsehserie «Popstars» bekannt wurde, und die beiden Musiker D-Flame und Azad.

Dass sie ihre alte Heimat nicht vergessen haben, und um die Probleme wissen, mit denen Jugendliche in der Nordweststadt zu kämpfen haben, stellten die Musiker am Samstag wieder einmal unter Beweis. Bei der zweiten «Nordi Jam» im Titus-Forum teilten sich die Musikprofis eine Bühne mit dem Hip-Hop-Nachwuchs. «Bei diesem Konzert treffen ja beinahe schon zwei Generationen aufeinander. Und trotzdem herrscht eine tolle Harmonie und ein Zusammengehörigkeitsgefühl», sagt Annette Püntmann vom Diakonischen Werk. Zusammen mit Jugendtreffs und dem Nachbarschaftsbüro der Nordweststadt organisierte sie die Veranstaltung. «Wir sind noch nie vor Publikum aufgetreten. Und sich dann gleich mit solchen Leuten wie D-Flame eine Bühne zu teilen, ist natürlich besonders toll», schwärmen Soufian und Billo-Ka. Die beiden Schüler haben vor ihrem Auftritt angesichts der rund 800 erwarteten Zuschauer mit Lampenfieber zu kämpfen. «Es ist ein hartes Geschäft, und ich glaube nicht, dass in der Musik meine berufliche Zukunft liegt. Natürlich wäre es toll, wenn es klappen würde, aber eigentlich würde ich gerne mit Computern arbeiten», erzählt Billo-Ka.

«Solch eine Veranstaltung ist eine tolle Chance für die Jugendlichen und auch für den Hip Hop», sagt D-Flame. Dieser Stil habe immer schon davon gelebt, dass der Nachwuchs durch die Routiniers gefördert werde und alle eng zusammenarbeiteten», betont der Rapper. Viel Zeit bleibt dem Profi an diesem Abend nicht, sich die Arbeit des Nachwuchses selbst anzuschauen. Um elf Uhr hat er den nächsten Auftritt in Leipzig. Andere Stars haben es erst gar nicht auf die Bühne im Titus-Forum geschafft. «Die Bruderschaft» und auch Senna sagten ihre Aufritte kurzfristig absagen. «Schade, denn gerade wegen Senna waren viele der Mädchen extra gekommen», bedauert Annette Püntmann.

Mit dem Verlauf des Konzertes war die Mitorganisatorin trotzdem zufrieden: «Ich denke, wir haben eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt.» Vor allem in den Jugendzentren sei tolle Arbeit bei der Unterstützung der Nachwuchsmusiker geleistet worden. «Der Erfolg, den wir mit dem Projekt bei den Jugendlichen haben zeigt, das eine dauerhafte Förderung des Hip-Hop durch die Kulturförderung sicherlich viele positive Resultate bringen würde.» göc


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(cached version 2008-11-24 08:06:01, next update: 08:26:01)

 

 

Weiße Rosen für die Nordi-Rapper
 

998 Teenies kommen zum HipHop-Treffen, um die erfolgreichen Nordweststadt-Stars zu sehen
 
VON KATHRIN ROSENDORFF

 
Als D-Flame gerade etwas über eine "Boom Bitch" rappt, ist es gerade 18 Uhr und die ersten hundert "Nordi"- Teenies drängen sich ins Bürgerhaus Titusforum im Nordwestzentrum. Die Mädchen der Nordi (so nennen sie liebevoll die Nordweststadt) tragen Woll-Strickmützchen in knalligen Farben und kichern aufgeregt. Die in der Pubertät feststeckenden Jungs sind niemals solo in ihren Uniformen, weiten Jogginghosen, unterwegs. Immer im Schlürfschritt dabei ist ihre "Crew", so die gängige HipHop-Bezeichnung für Clique.

"Ich bin hier, weil ich die geilen Rapper aus meinem Stadtteil unterstützen will. Ich bin so stolz", sagt Säbka Taneva (18). Am meisten freut sie sich auf Azad, den erfolgreichsten der Nordweststadt-Rapper, der an diesem Samstag beim HipHop-Festival Nordi Jam II auftritt. Drei Euro hat der Eintritt gekostet, am vollsten ist es dann auch als Azad um 23.15 Uhr auf die Bühne tritt. 998 HipHop-Fans - auch aus anderen Stadtteilen- sind zum Feiern gekommen.

Es ist die zweite Nordi Jam überhaupt, die erste war vor zwei Jahren. Veranstalter ist das Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt im Rahmen des Programms "Aktive Nachbarschaft". "Mit der Nordi Jam wollen wir den Jugendlichen zeigen, dass sie der Stadt was wert sind. Es ist auch eine Wertschätzung der Künstler, die es geschafft haben. Und es soll den Jugendlichen Mut machen, ihren Weg weiterzugehen", betont Quartiersmanagerin Annette Püntmann.

Dafür treten sogar ein Azad wie alle 40 Künstler an diesem Abend ohne Gage auf. Fast alle haben früher in den Jugendclubs der Nordweststadt viel Zeit verbracht. Die Mitarbeiter der drei Jugendclubs: Cantate Domino, Kleines Zentrum und das Jugendbüro Nordweststadt haben Nordi Jam II mitorganisiert.
 

Postleitzahl ist der Hit


439 ist die Zahl des Abends. Die Endziffern der Postleitzahl der Nordweststadt sind nicht nur der Bandname des Rapduos Hanybal & Solo, sondern werden auch von Nachwuchsrappern wie A.N.T.O.N (Anspielung auf die Antoniusstraße) immer wieder gerne bei ihren Straßen-Raps laut ins Mikro gerufen. Backstage erzählt Rapper Jeyz (29), der einen Plattenvertrag und sizilianische Wurzeln hat, dass er sehr bereut, was er in seiner Jugend angestellt hat. "Meine Probleme in Texten zu verarbeiten, hat mich vor dem Gefängnis gerettet."

Und er ergänzt: "Natürlich ist es einfacher in einem Stadtteil aufzuwachsen, indem Rosen an der Seite wachsen, aber ich will den Kids zeigen, dass - wenn man fokussiert sein Ziel angeht - es auch in der Nordi zu etwas bringen kann." Weiße Rosen fliegen auf die Bühne, als der 19-jährige Soufian Znati auf die Bühne kommt. Seit drei Jahren sitzt er im Rollstuhl. Seit einem halben Jahr rappt er. Sein erstes Lied heißt: "Entweder ganz oder gar nicht." "In der Nordi gibt es auch gute Jungs. Ohne die hätte ich das hier nie geschafft", sagt Soufian und zeigt stolz auf sein Bündel Rosen.
 
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Dokument erstellt am 24.11.2008 um 00:08:02 Uhr
Erscheinungsdatum 24.11.2008 | Ausgabe: S | Seite: 7

 

21.11.2008

Hier dürfen Erwachsene ran

So wird es gemacht: ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Eleonore Boennebruch zeigen auf dem Beintrainer, wie die neuen Geräte zu benutzen sind. Foto: Martin Weis So wird es gemacht: ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Eleonore Boennebruch zeigen auf dem Beintrainer, wie die neuen Geräte zu benutzen sind. Foto: Martin Weis

Seckbach. Es nieselt. Damit die Schuhe nicht dreckig werden, ist der Weg durch die neue Grünanlage mit Planen abgedeckt. Denn zur Eröffnung sollen die Gäste ausprobieren können, was es mit der «generationsübergreifenden Bewegungsfläche» auf sich hat. Drei Fitnessgeräte stehen bereit: ein Bein-, ein Rücken- und ein Beweglichkeitstrainer. Nicht nur Kinder brauchen Spielplätze, auch Erwachsenen tut Bewegung gut, sagt Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding. Und so ist hinter den Häusern Atzelbergstraße 17a und 19 für 160 000 Euro ein Treff für Alt und Jung entstanden.

«Bewegungsflächen für ältere Menschen gibt es erst in wenigen Städten. Die ABG dabei weiter als andere Wohnungsbaugesellschaften», sagt Landschaftsarchitektin Anja Königsreuter, die den Platz entworfen hat. An dem einzig ebenen, rund 15 Meter langen Weg steht groß das Wort «Boule». Hinten sind im Halbkreis hölzerne Bänke aufgestellt. «Jetzt im Herbst ist dies der einzige Ort, wo spät am Nachmittag noch die Sonne scheint.» Von dort schlängelt sich der zweite Weg hinab, vorbei an ein paar Sandsteinfelsen und den drei Bewegungstrainern.

«Wir sehen diesen Ort als erweiterten Wohnraum. Damit die Menschen aus den anonymen Wohnblocks herausgehen», erklärt Junker. Eine Aufforderung, das Wir-Gefühl unter den Anwohnern zu stärken. «Je besser sie sich kennen, desto eher lösen sie Probleme untereinander, bevor der Streit eskaliert.»

Erfahrungen gebe es mit derartigen Konzepten noch nicht, sagt die Architektin. «In Südeuropa ist das ganz anders. Da sind auch ältere Menschen viel mehr draußen und bewegen sich», sagt Junker. Das Angebot sei nicht nur für Senioren gedacht, sondern auch für jüngere Erwachsene. Werde die Bewegungsfläche angenommen, wolle die ABG das Projekt auch in anderen Siedlungen verwirklichen, sagt der ABG-Geschäftsführer.

Im Juni hatte das Unternehmen den unmittelbar benachbarten Kinderspielplatz freigegeben. Neben dem neuen, großen Sandkasten steht nun eine Tischtennisplatte. Auf dem asphaltierten Platz finden sich ein Fußballtor, ein Basketballkorb und eine Edelstahrampe für Skater und BMX-Fahrer. Doch der neue Spielplatz lässt bei einigen Anwohnern auch Unmut aufkommen. «Sie sollten mal sehen, was hier nachts los war», erzählt eine Nachbarin. Bis zwei Uhr nachts säßen Jugendliche hier, tränken Bier und seien laut. «Wir Älteren trauen uns hier abends gar nicht hin.» Seit Jahren säßen lärmende Jugendliche bereits vor der nahen Friedrich-Ebert-Gesamtschule. Nun würden sie durch die Büsche hinab zum Spielplatz klettern. Die meisten würden nicht am Atzelberg wohnen. «Mit der Umgestaltung hat das nichts zu tun, die Jugendlichen waren schon vorher hier.» Doch in den vergangenen Wochen seien es mehr geworden. «Wir kümmern uns drum. Sie werden sehen, bald ist alles wieder ruhig», verspricht Junker. Die ABG habe eigene Sozialarbeiter, um sich des Problems anzunehmen. hau


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(cached version 2008-11-21 07:55:41, next update: 08:15:41)

21.11.2008

Kinder brauchen in Rödelheim mehr Raum

Rödelheim. Es ist viel mehr als nur Hilfe bei den Hausaufgabenhilfe, die sie nahezu täglich leisten. Davon sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Betreuungsteam des Rödelheimer Vereins für Psychotherapie, Beratung und Heilpädagogik überzeugt. Umso ärgerlicher finden sie es, dass sie um jeden Euro lange kämpfen müssen, den sie für die Verbesserung ihres Angebots brauchen.

An vier Nachmittagen betreut der Verein eine offene Hausaufgabengruppe. Dreimal in der Woche, dienstags, donnerstags und freitags, wird die Nachmittagsbetreuung in der Michael-Ende-Schule an der Assenheimer Straße angeboten. Mittwochs werden die Hausaufgaben in der Stadtbücherei an der Radilostraße erledigt. Es sei gut, dass die Gruppe einen Raum habe, optimal seien die Bedingungen für die Kinder aber nicht, sagt Asok Punnamparambil, einer der Ehrenämtler, die die Kinder nachmittags betreuen.

«Es wäre besser, wenn wir einen eigenen, dauerhaften Raum in Rödelheim hätten», sagt Punnamparambil. Denn bisher gäbe es vor allem in der Bibliothek Probleme. Dort müssten sich die Kinder still verhalten, dürften am Abend kein Bild und keine Bastelei stehen lassen. «Dabei mussten sie den ganzen Vormittag über schon still und artig sein. Klar, dass es bei uns dann auch mal hoch her geht», sagt der junge Nachmittagslehrer. Eigene Räume, so haben es sich die Mitglieder des Vereins überlegt, wären die Lösung.

Die sollten möglichst zentral in Rödelheim liegen, denn die Hausaufgabengruppe würde gern viel mehr Kontakte mit Menschen und Institutionen im Stadtteil knüpfen. «Es ist traurig, dass kaum einer weiß, wie viel an Treffpunkten wie unserem in Sachen Bildung und Integration getan wird», kritisiert Punnamparambil. Zwischen 20 und 30 Kinder – mit Eltern aus allen Herren Länder – kommen regelmäßig in die Gruppe. Mal mit, mal ohne Hausaufgaben. «Sie spielen hier auch und erzählen uns von ihren Sorgen, die sie anderswo nicht loswerden.»

Dass sie das Angebot zur Hausaufgabenhilfe schätzen und dass sie gern in eigene Räume ziehen würden, darauf haben die Kinder in dieser Woche aufmerksam gemacht. Sie gaben Passanten an der Westerbachstraße eine heiße Suppe aus und stellten sich in einem Flugblatt vor. Noch sind die Umzugspläne unkonkret. «Es gibt erste Gespräche mit Ämtern und wir haben uns umgesehen. Es wäre schön, wenn’s klappt», sagt Punnamparambil. won


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(cached version 2008-11-21 07:58:39, next update: 08:18:39)

Armut in der Großstadt
 

Alle helfen, Hand in Hand
 

VON ANITA STRECKER
 
Jede Nacht fahren sie nach Preungesheim und suchen sie. Manchmal zwei- bis dreimal pro Nacht. Fahren alle Straßen ab, halten Ausschau, wo sie steckt, ob es ihr gut geht, ob sie warm angezogen ist, bieten Tee an, versuchen Vertrauen aufzubauen und die 58-Jährige irgendwann doch noch zu überzeugen, mit in eine Unterkunft zu kommen. Ein warmes Bett, zumindest für eine Nacht. "Noch geht das nicht." Christine Heinrichs vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten weiß, dass Vertrauen und Hilfe anzunehmen manchmal einen langen Atem braucht, es manchmal niemals gelingt, Obdachlose von der Straße zu holen. "Es gibt Menschen, die sich in geschlossenen Räumen nicht aushalten können."

Nacht für Nacht 120 Kilometer

Heinrichs und ihr Team vom Kältebus geben trotzdem nicht auf. Seit Ende Oktober touren sie wieder von neun Uhr abends bis fünf Uhr früh zu den einschlägigen Übernachtungsplätzen der Wohnsitzlosen, folgen Hinweisen des Notruftelefons oder von Anwohnern, suchen neue Schlafplätze auf, die Sozialarbeiter oder die Elisabeth-Straßenambulanz ausgemacht haben. So schrubben sie Nacht für Nacht gut 120 Kilometer, bewegen die Leute, in eine der Notunterkünfte zu gehen, oder in die B-Ebene der Hauptwache, die die Verkehrsgesellschaft seit 10. November wieder offen hält, für Leute von der Platte. Gelingt das nicht, versorgen sie sie zumindest mit heißem Tee, Decken und Schlafsäcken. Nur bei "ernsthafter Gefahr" für Leib und Leben leiten sie eine Zwangseinweisung ein.
 
Arbeit für Wohnsitzlose
 
Etwa 1800 Wohnsitzlose sind in der Stadt gemeldet. Theoretisch stehen ihnen 2124 Plätze in Wohnheimen oder Notunterkünften offen. Die Stadt gibt jährlich zehn Millionen Euro für die Wohnsitzlosenhilfe aus. Der Kältebus tourt für Obdachlose, die keine Hilfe annehmen können, durch die Stadt, verteilt Schlafsäcke, Decken, heißen Tee und geht Hinweisen auf Menschen in Not nach. Tel.:431414. Das Notruftelefon der Stadt ist rund um die Uhr erreichbar: 2127-70070.
Der Kältebus ist ein Baustein der konzertierten Winteraktion von Stadt, freien und kirchlichen Trägern, die Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld am Donnerstag vorstellte. An passendem Ort, der Tagesstätte für Wohnungslose des Caritasverbands Affentorhaus 2. Auch die Tagesstätten stehen bis 31. März länger, bis zum Abend, offen, sagt Ulrich Schäferbarthold vom Caritasverband. Die Tagesstätte Hagenstraße hat sogar rund um die Uhr geöffnet und bietet Frauen in einem separaten Raum ein Feldbett für die Nacht.

"Die langjährige Kooperation zwischen Stadt und Trägern macht sich bezahlt", stellen Schäferbarthold und Heinrichs fest. Die Situation auf der Straße sei "moderat", das Hilfenetz lückenlos, "weil die Träger nicht gegeneinander arbeiten, um sich zu profilieren, sondern alles Hand in Hand läuft". Seit 20 Jahren schon. 1800 Menschen sind in Frankfurt als wohnungslos gemeldet, zitierte Birkenfeld. Das Gros nehme die Hilfsangebote an, nur etwa 50 Personen lebten nach offizieller Meldung tatsächlich auf der Straße. Die Dunkelziffer aber sei ungewiss, Schätzungen schwanken zwischen 100 und 300. Nicht zuletzt, weil die Stadt auch Wohnsitzlose von außerhalb anziehe, gerade während der Wintermonate.

Heinrichs und das Kältebus-Team zählen jede Nacht um zwei Uhr alle Leute, die draußen bleiben und alle, die sich wenigstens in die B-Ebene zurückziehen. Etwa 75 Obdachlose leben ihren Daten zufolge in der Stadt. "Rechnet man nochmal so viele Unsichtbare dazu, hat man eine realistische Zahl." Etwa zehn würden auch bei Minusgraden eisern im Freien schlafen, schafften es gerade, einen Schlafsack anzunehmen.

Die Frau aus Preungesheim wagt das noch nicht. "Sie läuft die ganze Nacht herum." Aber alle Instanzen passten auf, sagt Heinrichs. Psychosen, Drogen, Schicksalsschläge: Es gibt viele Gründe, warum Menschen auf der Straße landen - trotz der städtischen Verordnung zur Verhinderung von Obdachlosigkeit, derzufolge Stadt und Träger durch Betreuung oder Mietübernahmen alles daran setzen, um eine Zwangsräumung zu verhindern, wie Georg Bastian vom Diakonischen Werk bemerkt.

Auch die Preungesheimerin wurde zwangsgeräumt, sagt Heinrichs; an allen Hilfsmöglichkeiten vorbei, "weil Kommunikation manchmal nicht möglich ist". Sie hoffe, dass es mit der Frau gelingt. Der Winter hat erst begonnen.
 
 
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Birkenfeld-Interview

Einfach nach und nach reinschnuppern
 

Es gibt in dieser Stadt für Kinder und auch für Ältere viele Angebote, die zu wenig bekannt sind, meint Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld.
 
Frau Birkenfeld, am Montag tritt der Jugendhilfeausschuss zusammen und trifft Entscheidungen, wie die Stadt Kinderarmut wirksam bekämpfen kann. Was erhoffen Sie sich von dem Gremium?

Ich hoffe, dass der Jugendhilfeausschuss durch diese Öffentlichkeit, die er zum ersten Mal erfährt, auch eine Sensibilisierung für das Thema in unserer Stadt erwirken kann.

In der extremen Lage von mindestens 20 000 Kindern unter 15 Jahren, die in Frankfurt von Hartz IV abhängig sind - wo würden Sie denn Prioritäten setzen für das Geld, das der Jugendhilfeausschuss vergeben kann ?

 
Zur Person
 
Daniela Birkenfeld (CDU), 49 Jahre alte Jura-Professorin, arbeitet seit 2007 als Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Sport der Stadt Frankfurt. Ihr Credo: Wer die Stadt nicht aus dem sozialen Blickwinkel betrachtet, kann sie nicht verstehen. Birkenfelds Sicht ist auch geprägt durch die Erfahrungen mit ihrem 15-jährigen Sohn und ihrer 83 Jahre alten Mutter.
Vielleicht noch mal eine Klarstellung. Der Jugendhilfeausschuss kümmert sich um alle Kinder in dieser Stadt. Sie sprechen jetzt nur die Kinder aus finanzschwachen Familien an. Ich denke, dass man mit so einem verkürzten Ansatz nicht weiterkommt. Das Leitmotiv muss vielmehr sein, jedem Kind zu ermöglichen, sich körperlich, seelisch und psychisch so zu entwickeln, dass es später ein selbstständiges Leben meistern kann.Vielversprechend ist hier, mit Familienbildung dort hinzugehen, wo Kinder und Eltern ohnehin sind, also in Kindertagesstätten Nachbarschaftszentren und Kinder- und Jugendhäuser.

Auch wenn Sie den Blick auf alle Kinder in der Stadt richten, lassen Sie uns über eine Untersuchung des Kinderbüros sprechen, die festhält, dass es Mädchen und Jungen in dieser Stadt gibt, die bei sportlichen oder kulturellen Aktivitäten stark benachteiligt sind. Was wären Strategien, deren Teilhabe mehr zu fördern?

Hier gibt es bereits viele Möglichkeiten. Im Rahmen des "Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft" setzen wir verstärkt auf Bewegungsangebote, an denen alle Kinder im Quartier teilnehmen können. Das Kinderbüro vermittelt Patenschaften, bei denen Bürger für einzelne Kinder den Mitgliedsbeitrag der Musikschule oder des Sportvereins übernehmen. Und nicht zu vergessen: unser Kinderkulturprogramm "Frankfurter Flöhe" in den Stadtteilen. Das Problem ist, wie so oft, dass die Möglichkeiten zu wenig bekannt sind. Deshalb ist es mir so wichtig, dort hinzugehen, wo die Familien ohnehin anzutreffen sind und sie mit solchen Angeboten vertraut zu machen.

Hinter diesem Konzept steht die Einsicht, dass man im Grunde keine motivierten Kinder erziehen kann, wenn nicht die Eltern motiviert sind.

Genau. Und auch die Großeltern zum Beispiel. Es ist ganz wichtig, dass auch der kleine Mensch erkennt: in der Familie, im Kindergarten, in der Schule wird gemeinsam ein Ziel verfolgt. Wenn dann Eltern nicht zu Elternabenden kommen, weil sie es nicht schon im Kindergarten gelernt haben, dann kann dies zu einem erheblichen Bruch führen.

Beim Übergang vom Kindergarten in die Schule geht viel Wissen um die Lebenslagen der Familien verloren. Gibt es Ideen, um dem gegenzusteuern?

Es gibt bereits Kooperationen zwischen Frankfurter Kindertagesstätten und benachbarten Grundschulen, damit der Übergang nicht mehr als Schnitt - jetzt kommst Du ins wirkliche Leben - wahrgenommen wird, sondern begleitend zur Kindertagesstätte die Möglichkeit besteht, nach und nach in die Schule reinzuschnuppern. Ein löbliches Vorgehen, das jetzt auf ganz Hessen ausgeweitet werden soll.

Es gibt ein Konzept zur Armutsprävention, das modellhaft in einem Stadtteil umgesetzt werden soll. Es funktioniert aber nur, wenn alle Generationen eingebunden sind. Was machen wir denn perspektivisch, wenn wir ganz viele Ältere in dieser Stadt haben werden? Es wird nämlich passieren, dass ganz viele Menschen, die einst raus ins Grüne gezogen sind, wieder zurück wollen.

Das ist schon so. Sie müssen sich beispielsweise nur mal mit älteren Menschen unterhalten, wo sie im Alter leben wollen. Vor 20 Jahren hätten die meisten gesagt, im Grünen, wo es ruhig ist und gute Luft ist - im Taunus. Die Senioren heute planen ganz anders, sie wollen in der Stadt bleiben und sie wollen bis zum Lebensende mit allen Freunden, die ihnen verbleiben, im Stadtteil leben. Deshalb befürworte ich stadtteilorientierte Seniorenarbeit. Viele Pflegeheime öffnen sich bereits zum Stadtteil. In den Seniorenrestaurants des Pflegeheims Bockenheim und des Hufelandhauses in Seckbach sind mittags auch Schüler und Berufstätige herzlich willkommen.

Wenn das so ist, dass die Hofheimer und die Dietzenbacher irgendwann wieder in die Großstadt zurückkehren, ist das nicht ein Thema, das die Region gemeinsam anpacken sollte? Denn das kostet ja richtig viel Geld, diese Siedlungsströme.

Wir haben diese Entwicklung bereits bei Menschen, die nicht so mobil sind. Insbesondere Rollstuhlfahrer oder Blinde, aber auch andere, die nicht mehr so mobil sind, ziehen sehr gerne nach Frankfurt, weil sie hier bessere Möglichkeiten haben, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Ich finde es schade, wenn ältere Menschen nur als Belastung wahrgenommen werden. Denken Sie, wie viele sich bis ins hohe Alter ehrenamtlich engagieren. Die Region müsste verstärkt darüber nachdenken, wie sie ältere Menschen in ihren Städten halten kann.

Interview: Matthias Arning und Susanne Schmidt-Lüer
 
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20.11.2008

Rap und Hip-Hop «made in Nordweststadt»

Nordweststadt. Sie sind cool, sie haben den Rhythmus im Blut, sie singen über das, was Jugendliche freut oder frustriert –und sie kommen aus der Nordweststadt. Der Stadtteil hat sich zur Hochburg für Hip-Hop und Rap entwickelt. Von dort stammen die Rapper AZAD und D-Flame, das «Rap-Urgestein» TONE. Alle drei haben es «nach oben geschafft»: Sie haben Plattenverträge, ihre Konzerte und Musikvideos sind viel beachtet, die Fans singen ihre Lieder. Am Wochenende kehren diese Stars an ihre Wurzeln zurück und spielen beim «Nordi Jam part 2».

Auf der Bühne stehen dann nicht nur die, die schon bekannt sind, sondern auch die Jugendlichen aus der Nordweststadt und anderen Stadtteilen, die werden wollen wie sie. Das Zusammenspiel ist ganz im Sinne der Veranstalter. Denn die Musiker gehen mit einer klaren Botschaft auf die Bühne: Es lohnt sich, mit Ehrgeiz seine Ziele zu verfolgen.

Möglich macht das Musikfest das Quartiersmanagement der Diakonie in der Nordweststadt. Um 17 Uhr wird am Samstag, 22. November, die Party im Titusforum in der Nordweststadt steigen. Der Eintritt für den langen Konzertabend kostet 3 Euro.ing

 

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Zarakalis Nachwuchs lädt zur Vorstellung

Ginnheim. Der Kinderzirkus Zarakali bittet zur Vorstellung. Diesmal ist es das Jugendensemble, das im Zirkuszelt an der Platenstraße auftritt.


Die 24 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die seit zwei Jahren zusammen trainieren, haben ein Jahr lang geprobt, um nun ihr neues Programm präsentieren. Alle Nachwuchsartisten haben schon jahrelange Erfahrung in der Manege. Angefangen haben sie in den einzelnen Gruppen des Kinderzirkus’. Als sie dafür zu alt und zu erfahren wurden, haben sie sich zu einem eigenen Ensemble zusammengeschlossen. Ihre Trainingsstunden organisieren sie weitgehend selbst. Gemeinsam bieten sie eine große Bandbreite von Zirkuskünsten auf: Akrobatik am Boden und am Doppeltrapez, Einradfahren, Jonglage und Clownerie. All das gibt es morgen und übermorgen in ihrer Show zu sehen. Bereichert haben die Jugendlichen ihr Programm zudem mit Theaterszenen. Alle Nummern verbindet das Thema «Zeit».

Zum Jahresende ist die Jugendaufführung, die am Freitag, 21. November, um 20 Uhr und am Samstag, 22. November, um 16 Uhr zu erleben ist, ist nicht der letzte Auftritt der Ginnheimer Kinderartisten. Am Nikolaussamstag, 6. Dezember, sind die Kindergruppen dran. Sie wollen dem Publikum eine «bezaubernden Werkschau» bieten.ing

Der Kinderzirkus Zarakali ist in der Platenstraße 79 z. Karten für alle drei Vorstellungen können unter der Rufnummer 94 59 80 01 bestellt werden.

 

(cached version 2008-11-20 07:59:30, next update: 08:19:30)

 

04.11.2008

Variete für Engagierte

(pia) Das Neue Theater Höchst hat dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" 48 Freikarten für die Generalprobe des Programms "Variete Herbst 2008" am morgigen Mittwoch zur Verfügung gestellt. Sie kommen ehrenamtlich engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern aus den Quartieren des "Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft" zu Gute.

Stadträtin Daniela Birkenfeld: "Ich danke dem Theaterleiter Dusan Pintner herzlich für das Geschenk." Die Initiative des Neuen Theater Höchst zeige, dass das "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" auch in Stadtteilen auf positive Resonanz stößt, die nicht selbst davon profitieren. "Damit ermöglicht das Neue Theater Höchst Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Quartiere einen wunderbaren Abend und würdigt ihr Engagement", sagt die Sozialdezernentin.

Quelle

 

24.06.2008

STADT FRANKFURT AM MAIN

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld

Stadträtin                                                                                                                                        Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Sport

Pressemitteilung

Internationales Lob für „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“

Das „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ stößt europaweit auf Interesse.

„Unser Programm überzeugt, weil es die Lebens- und Wohnsituation der Bürgerinnen und Bürger in den beteiligten Quartieren nachhaltig verbessert“, freut sich Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld über die positive Resonanz beim Internationalen KAFKA plus Städtekongress in Leipzig in der vergangenen Woche.

Frankfurts Partnerstadt Krakau plant inzwischen sogar, in einem ihrer Stadtteile ein ähnliches Programm aufzubauen.

Erst kürzlich waren 18 Fachleute aus Krakau zu Gast in Frankfurt, um sich von der im Dezernat Soziales, Senioren, Jugend und Sport zuständigen Stabsstelle und den Quartiersmanagern in den beteiligten Stadtteilen über das „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ informieren zu lassen. Auslöser hierfür waren die Erfolge des Programms, auf die die Krakauer beim regelmäßigen Austausch im Rahmen der Sozialpartnerschaft mit Frankfurt aufmerksam wurden. Auf Grundlage der Fachkonferenz in Frankfurt erarbeiten die Krakauer jetzt ein eigenes Konzept.

Beim Städtekongress in Leipzig, den die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ebenso wie die Fachkonferenz in Frankfurt förderte, wurde die „Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ vorgestellt. Die Experten aus Prag, Budapest, Leipzig, Danzig, Brünn, Krakau und Frankfurt waren sich einig, dass die Beteiligung der Bevölkerung ein entscheidender Baustein ist für den Erfolg von Stadtentwicklung. Die Experten lobten das „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ als Beispiel für eine gelungene Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und der Umsetzung entsprechender Projekte.

„Die Erfahrungen zeigen, dass die Siedlungen durch die Unterstützung der Quartiersmanager nachhaltig stabilisiert werden“, sagt Birkenfeld. Die Sozialdezernentin betont die hohe Vernetzungsleistung, die das Programm erbringt und die „zu einer Effizienzsteigerung der eingesetzten Mittel“ führt. „Das europaweite Interesse an dem Programm bestärkt uns auf unserem Weg“, freut sich die Stadträtin.

Die Stadt hat das „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ in diesem Jahr ausgeweitet auf Rödelheim-West, das Quartier Atzelbergplatz in Seckbach, die Siedlung Taunusblick in Zeilsheim und die Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen. Außerdem läuft das Quartiersmanagement zurzeit in Griesheim-Nord, in der Henri-Dunant-Siedlung in Sossenheim, in der Siedlung „Im Mainfeld“ in Niederrad und in der Nordweststadt.

 

07.04.2008

Engagiert für die Bewohner

Bewerbungsfrist für den Nachbarschaftspreis 2007 hat begonnen

(pia) Die Bewerbungsfrist für den Nachbarschaftspreis 2007 hat begonnen. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld ruft Gruppen und Einzelpersonen, die sich nachbarschaftlich engagieren, zur Teilnahme auf. „Für viele ist ihr Handeln so selbstverständlich, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, sich zu bewerben“, sagt die Stadträtin. Deshalb müssen sich die Initiativen nicht unbedingt selbst bewerben – jeder Frankfurter und jede Frankfurterin kann der Stabsstelle „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ Kandidaten melden, die wegen ihres Engagements auffallen.

Ausgezeichnet werden Ideen und Aktionen, die eine lebendige Nachbarschaft im Stadtteil zum Ziel haben. Dabei geht es darum, die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Wohngebiet – unabhängig von Alter, Bildung, Herkunft oder Einkommen – zu steigern. Ob Spielplatzpatenschaft, Schulaufgabenhilfe, Einkaufsdienst für ältere und kranke Menschen, Hilfe bei Behördengängen, Aktionen von Hausgemeinschaften, Aufräumaktionen in einer Siedlung, Kulturangebote im Stadtteil, gemeinsame Unternehmungen von Behinderten und Nichtbehinderten – jede Aktivität ist preiswürdig. Insbesondere werden auch Initiativen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt.

Einzelpersonen und Gruppen aus dem gesamten Stadtgebiet können teilnehmen. Der Wettbewerb ist in zwei Kategorien ausgeschrieben. Während sich Kategorie I an bestehende Gruppen- und Einzelinitiativen wendet, die bereits Ergebnisse und Entwicklungen nachweisen können, richtet sich Kategorie II an Initiativen, die geplant sind oder gerade aufgebaut werden. Je Kategorie vergibt die Stadt einen ersten und einen zweiten Preis, die mit jeweils 750 beziehungsweise 500 Euro dotiert sind. Die Sozialdezernentin verleiht die Auszeichnung während einer Feierstunde im Römer, zu der alle Bewerberinnen und Bewerber eingeladen werden.

Vorschläge und Bewerbungen für den Nachbarschaftspreis 2007 können bis zum 20. Juni formlos bei der Stabsstelle „Aktive Nachbarschaft“ im Jugend- und Sozialamt eingereicht werden, Stichwort: Nachbarschaftspreis, 51.S1, Eschersheimer Landstraße 421-429, 60320 Frankfurt am Main, oder per E-Mail nachbarschaftspreis@frankfurt-sozialestadt.de. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.frankfurt-sozialestadt.de
oder sind telefonisch erhältlich. Ansprechpartner sind Thomas Schäfer, Rufnummer 069/212-38884, und Horst Schulmeyer, 069/212-35331.

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Nachbarschaftspreis ist ausgeschrieben

Die Bewerbungsfrist für den Nachbarschaftspreis 2007 hat begonnen. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld ruft Gruppen und Einzelpersonen auf, die sich nachbarschaftlich engagieren. Ob Spielplatzpatenschaft, Aufgabenhilfe, Einkaufsdienst oder Kulturangebote - jede Aktivität sei preiswürdig. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien für bestehende und neu aufgebaute Initiativen. Vorschläge gehen bis zum 20. Juni an die "Aktive Nachbarschaft" im Jugend- und Sozialamt, Stichwort: Nachbarschaftspreis, Eschersheimer Landstraße 421-429, 60320 Frankfurt,                                                                                               oder per E-Mail nachbarschaftspreis@frankfurt-sozialestadt.de          Infos unter www.frankfurt-sozialestadt.de.

Quelle: Frankfurter Rundschau

 

13.03.2008 

Leitartikel
 
Auf gute Nachbarschaft
 
Von Anita Strecker
 

Bloß nicht bei uns! Bitte keine Stigmatisierung als "sozialer Brennpunkt". So groß die Abwehr anfangs gegen die städtischen Soziale-Stadt-Projekte war, so groß ist nach den ersten Erfahrungen in Fechenheim, Goldstein oder Am Bügel der Ansturm darauf. Schon das zeigt: Die Stadt ist mit ihrem Nachbarschaftsprogramm auf dem richtigen Weg. Ein lohnender Weg. Erst recht angesichts jüngster Debatten über Jugendgewalt und die Schlagzeilen über Bonameser Jugendliche, die beklagen, dass schon ihr Wohnort als Ablehnungsgrund für eine Lehrstelle genannt werde.

Krasse Fälle, die einmal mehr die Notwendigkeit unterstreichen, hinzusehen und die Realität in den einzelnen Quartieren zu erfassen. Nicht nur die augenfälligen Probleme. Jedes Zusammenleben hängt auch vom Detail ab.

Die alte Regel erprobter Wohngemeinschaften gilt auch fürs Wohnquartier: Es beginnt bei dem Konflikt, dass alteingesessene Rentner mit der Gruppe gelangweilter Jugendlicher vor der Haustür nicht zurechtkommen. Sich von Musik, umgekippten Müllcontainern oder frechen Reden nicht nur gestört, sondern ernsthaft bedroht fühlen. Oder Ärger über Plastikmüll in der Biotonne, weil der ausländisch- stämmige Nachbar die Informationen über Mülltrennung nicht versteht.

Unverständnis schlägt dann schnell in Unbehagen, Misstrauen und Missachtung um. Dass das Nachbarschaftsprojekt genau im Kleinen ansetzt, macht es so erfolgreich. Es mobilisiert Ressourcen der Bewohner, bringt zusammen, fördert Verständigung. Das Beispiel einer Befragung in Griesheim liefert eindrücklichen Beleg: Alteingesessene deutsche Frauen und Anwohnerinnen der unterschiedlichsten nationalen Herkunft formulierten die identischen Wünsche, wie sie sich das Zusammenleben im Stadtteil vorstellen. Aus der Verwunderung darüber ist ein fester Frauentreff entstanden, der diverse Hilfen, Aktivitäten, Freundschaften gebiert.

Auch wenn nicht alle schönen Pläne gelingen, nicht alle Projekte von langer Dauer sind, längst nicht alle Bewohner mitziehen oder sich gar aktiv einbringen und viele von der ganzen Sache nicht die Bohne halten: So lange nur eine Gruppe "aktiver Nachbarn" am Rad dreht, ist schon viel gewonnen. Denn so lange besteht die Chance, dass sich andere mitreißen lassen, Verantwortung übernehmen, um das Leben im Viertel besser zu gestalten. Lebensqualität und gutes Zusammenleben ist nicht allein Sache einer ansprechenden Stadtplanung und Wohngestaltung, sondern hängt in erster Linie vom sozialen Miteinander ab. Dass die Stadt dies erkannt hat und den Fokus ihres Quartiermanagements auf Nachbarschaftlichkeit richtet, ist die richtige Antwort auf das städtebaulich ausgerichtete Soziale-Stadt-Programm von Bund und Land. Und die ideale Ergänzung.
 

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Dokument erstellt am 12.03.2008 um 19:08:01 Uhr
Letzte Änderung am 12.03.2008 um 20:51:54 Uhr
Erscheinungsdatum 13.03.2008

 
 
Aktive Nachbarschaft
 
Harmonisches Miteinander
 
VON ANITA STRECKER
 

Palmen, Strand und Holzkrokodile - junge Mainfelderinnen aller Nationen haben den langweiligen Spielplatz zwischen den braunen Betonburgen in Niederrad in eine phantasievolle Tobelandschaft verwandelt. Seit einiger Zeit bringen Siedlungsbewohner regelmäßig den "Mainfelder", mit jüngsten Infos aus dem Quartier heraus. In der Henri-Dunant-Siedlung kramen alle Bewohner für ein Ausstellungsprojekt ihr erstes Foto aus der Siedlung hervor.

In Griesheim haben einheimische - und Migranten-Frauen einen gemeinsamen Treff eingerichtet und in allen Quartieren können sich arbeitslose Jugendliche via Werkstatt Frankfurt und der Sportjugend binnen neun Monaten zum Übungsleiter ausbilden lassen. Das sind nur einige Projekte, die aus dem städtischen Programm "Soziale Stadt - neue Nachbarschaften" über die Jahre in Goldstein, Fechenheim, Niederrad, der Nordweststadt, Sossenheim oder Griesheim entstanden sind. Bewegung, neue Kontakte zwischen Bewohnern und gute Ideen sollen bald auch den Alltag in Rödelheim-West verbessern, ebenso rund um den Atzelbergplatz in Seckbach, in der Siedlung Taunusblick in Zeilsheim und in der Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen. Die Verträge sind unterzeichnet. Die Projektträger Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt, Internationaler Bund und Caritasverband können mit dem Quartiersmanagement beginnen.
 

Allerdings unter neuem Titel: "Frankfurter Programm - aktive Nachbarschaft" soll sich zum einen vom Bundes- und Landesprogramm Soziale Stadt abgrenzen, sagt Manuela Skotnik, Sprecherin des Sozialdezernats. Und schon im Namen tragen, worum es den Frankfurtern geht: um eine aktive Nachbarschaft und ein harmonisches Miteinander.

Dafür gibt's auch mehr Geld: Die Stadt hat den Jahrestopf für das Programm von 1,2 auf 1,6 Millionen Euro aufgestockt. Wobei viele Dinge mit ganz wenig Aufwand anzustoßen sind, wie Horst Schulmeyer, Leiter der Stabsstelle Aktive Nachbarschaft, sagt: "Es geht darum, Anstöße zu geben, die Leute einzubeziehen und zu unterstützen." Dann laufen plötzlich Einkaufshilfen, Kinderbetreuung oder Siedlungsfeste fast wie von selbst. "Die Leute müssen merken, dass sie Ernst genommen werden und mit ihren Sorgen nicht einfach abgehängt sind." Schulmeyer ist seit der ersten Auflage des Programms im Jahr 2000 dabei. Auch wenn er Erfolgsbilanzen nicht in Zahlen vorlegen kann, haben sich für ihn die Investitionen gelohnt: Die Lebensumstände würden sich spürbar verbessern, das Zusammenleben im Quartier klappe wegen ehrenamtlicher Konfliktschlichter besser. Die Siedlungen würden optisch schöner und es würden Läden und Betriebe vor Ort durch das neue Leben in der Siedlung gestärkt.

Auf fünf Jahre ist das Programm angelegt, so lange sitzt ein Quartiersmanager mit eigenem Büro vor Ort, stößt Projekte an, moderiert, nimmt Klagen entgegen. "Bisher hat sich gezeigt, dass ein Jahr nach Ende des Programms noch etwa 80 Prozent der Aktivitäten laufen." Die mit der Zeit allerdings schwinden. "Es muss nur ein aktiver Bewohner wegziehen, schon läuft's nicht mehr." In den 2004 beendeten Projekten Fechenheim und und Am Bügel wolle die Stadt deshalb "nachbetreuen", sagt Schulmeyer. Geld sei bewilligt. Ebenso für die neuen Quartiere. Bewohner wurden umfassend nach Wünschen und Ärgernissen befragt. "Jetzt geht's an die Konzepte."


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Dokument erstellt am 12.03.2008 um 18:44:02 Uhr
Letzte Änderung am 12.03.2008 um 20:56:36 Uhr
Erscheinungsdatum 13.03.2008

 

13.03.2008


 

Manager für vier Quartiere

Frankfurt. In Rödelheim, Seckbach, Zeilsheim und Sindlingen startet jetzt das Programm „Aktive Nachbarschaft“. Das heißt, in den nächsten Wochen werden vier Quartiersmanager ihren Dienst beginnen. Das Sozialdezernat gab gestern bekannt, dass die Zuschläge für die Träger erteilt sind. In der Siedlung rund um den Atzelbergplatz wird die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Quartiersmanagement übernehmen. Für Rödelheim-West fiel die Wahl auf das Diakonische Werk, im Zeilsheimer Quartier Taunusblick wird der Internationale Bund zuständig sein. Und in der Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen stellt der Caritasverband den neuen Quartiersmanager.

Das Dezernat war mit der Bekanntgabe der vier Träger schneller als die städtischen Juristen. Die Verträge mit den Institutionen über die Finanzierung müssen in den nächsten Tagen noch unterzeichnet werden, sollen aber rückwirkend vom 1. März an gelten. Nach ersten Absprachen hatten die Bewerber aber schon die Fühler ausgestreckt, wo und wie sie ihre Nachbarschaftsbüros in den Quartieren einrichten könnten.

Das Diakonische Werk hat bereits entschieden, dass es eine Quartiersmanagerin, die derzeit noch in der Beratung für Wohnungssuchende tätig ist, nach Rödelheim entsenden möchte. Spätestens am 1. April soll sie ihren Dienst beginnen. Wo die neue Ansprechpartnerin für die Bewohner im Gebiet Zentmarkweg, Kirschbaumweg im Stadtteil zu finden sein wird, steht aber noch nicht fest. Am Montag will Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werks, auf Raumsuche im Stadtteil gehen. Wohnungsbaugesellschaften und Kirchengemeinden werden seine ersten Ansprechpartner auf der Suche nach Büroräumen sein.

Die neue Anlaufstelle einzurichten und im Stadtteil bekannt zu machen, werde dann die erste Aufgabe der Quartiersmanagerin sein, so Frase. Welche Angebote sie im Stadtteil schaffen wird, hänge zuerst von den Wünschen der Bewohner ab. „Das ist ja Ziel des Programms, dass wir die Nachbarn aktivieren und sie daran beteiligten, ein besseres Miteinander in der Siedlung zu schaffen“, erklärt Frase. Demnach müssten die Ideen, was im Quartier gebraucht wird, natürlich von denen kommen, die es am besten kennen. Um sie zu sammeln, seien öffentliche Diskussionsrunden oder auch eine Bewohnerbefragung denkbar.

Gleiches gilt auch für die Hermann-Brill-Siedlung, wie Rudolf Fleckenstein von Caritas-Verband, der zugleich Quartiersmanager in Unterliederbach ist, betont: „Das, was wir an Vorarbeit machen konnten, haben wir gemacht. Jetzt können wir die konkreten Schritte angehen.“ Derzeit sei der Caritas-Verband dabei, einen Quartiersmanager zu suchen. „Die Ausschreibung läuft, aber wir haben auch schon Bewerbungen vorliegen, haben erste Gespräche geführt“, sagt Fleckenstein. Nächste Woche wolle er beginnen, nach einem Büro zu suchen.

Helene Schiermeister-Dill vom Internationalen Bund (IB), der für die Zeilsheimer Taunus-Blick-Siedlung zuständig ist, hält sich noch bedeckt: „Wir sind mündlich informiert worden, aber ich habe die Verträge noch nicht in der Hand.“ Auch bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) waren gestern keine Details zu dem neuen Quartiersmanager für die Siedlung Atzelberg zu erfahren. Der sollte seinen Dienst ursprünglich schon im September 2007 antreten. Doch der Termin wurde immer wieder verschoben.

Mit den Trägern greift die Stadt auf bewährte Partner zurück. Für keinen ist das Quartiersmanagement Neuland. Die AWO engagiert sich bereits seit 2000 mit Nachbarschaftshilfe in Sossenheim. Erst in der Carl-Sonnenschein-Siedlung, nun in der Henri-Dunant-Siedlung. Der IB beschäftigt derzeit einen Quartiersmanager in Griesheim. Die Diakonie ist in der Nordweststadt vor Ort und der Caritasverband in Niederrad. (ing/sim/kan)

Frankfurter Neue Presse vom 08.03.2008

 

05.03.2008     

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt/M. e.V.

Quartiersmanagement Henri-Dunant-Siedlung

im

Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft

 

Elternnachmittag mit Rollenspiel zur Kindererziehung

 

Zum zweiten Mal fand in der Reihe der Veranstaltungen für Eltern und Kinder der AG junge Migrantinnen des Präventionsrates der Stadt Frankfurt/M. ein Projektnachmittag in der Mittagbetreuung der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim statt. 

Das Thema am 3. März lautete dieses mal „Grenzen setzen – Orientierung bieten“.

Kooperationspartner waren das Quartiersmanagement der Henri-Dunant-Siedlung für die AG junge Migrantinnen und natürlich die Mittagbetreuung der Henri-Dunant-Schule. Kursleiter war Herr Kulikowski von der Evangelischen Familienbildung in Höchst.

Erfreulich war die Teilnehmerzahl von 12 Müttern und 1 Vater, die alle, angeregt durch gespielte Szenen typischer Kinderstreitsituationen, sehr engagiert in einen Meinungsaustausch über Möglichkeiten von Konfliktregelung getreten sind. 

Im Ergebnis des Nachmittages wurde deutlich, wo zur Zeit in der Mittagbetreuung der Schwerpunkt und die Art der Konflikte zwischen den Kindern liegt. 

Mit dem Ziel, weiter daran zu arbeiten, daß eine gewisse Annäherung hergestellt werden soll, wie Eltern und Betreuerinnen auf Konflikte und Verhaltensweisen der Kinder eingehen können, wird es eine Weiterführung geben, wo ein Aktionsplan entstehen soll, wie auf typische Situationen in der Mittagbetreuung reagiert werden kann und auch präventiv eingegangen werden kann.

 Alexander Quirin

Quartiersmanager

 

Nachbarschaftlich auf dem Siegertreppchen

26.09.2007

Sozialdezernentin Birkenfeld vergibt den Nachbarschaftspreis 2006 in den Römerhallen

Stadträtin Prof. Dr. Birkenfeld ehrte die Preisträger

(pia) Die Stadt Frankfurt am Main verleiht in diesem Jahr zum siebten Mal den Nachbarschaftspreis. Bei der gestrigen Feierstunde in den Römerhallen ehrte Stadträtin Daniela Birkenfeld, Dezernentin für Soziales, Jugend und Sport, die Preisträgerinnen und Preisträger. Zuvor wird Professor Johann Schneider von der Fachhochschule Frankfurt die Laudatio halten. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet „Der Chor Frankfurt“ unter der Leitung von Michael Weber.

Der Nachbarschaftspreis wird in zwei Kategorien vergeben: In der Kategorie I werden Gruppen oder Einzelinitiativen ausgezeichnet, die bereits seit längerem bestehen und positive Ergebnisse und Entwicklungen nachweisen können. Hier vergab die Jury gleich zwei mit jeweils 750 Euro dotierte erste Plätze. Einer der beiden glücklichen Gewinner ist der Verein Ökumenisches Hilfenetz Goldstein/Schwanheim. Seit 2005 hat es sich das Hilfenetz zur Aufgabe gemacht, die Lücke zwischen ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe und professionellen Hilfsdiensten zu schließen. Aktuell nutzen ungefähr 85 Hilfesuchende die Dienste der 115 ehrenamtlichen Helfer: von Putzen und Einkaufen bis hin zu Gartenarbeiten und kleinen Reparaturen. Dabei finden erwerblose Menschen nicht nur einen Einstieg in die Berufstätigkeit, sondern es lernen sich rund dreißig Nationen im Stadtteil besser kennen.

Auch Karl Heinz Gundlach schaffte es mit seinem Vorschlag "Streetball by Night" auf den ersten Platz. Bei dem Projekt können Jungen und Mädchen bei kostenlosen alkoholfreien Getränken und Disco-Klängen in der Turnhalle des Frankfurter Turnvereins 1860 im Ravensteinzentrum bis in die Nacht ihre Körbe werfen. Den zweiten Platz belegt Dr. Rainer Eckert mit seinem "Goldsteinprojekt" zur Sucht- und Gewaltprävention, das speziell auf den Stadtteil Goldstein zugeschnitten ist. Das Projekt richtet sich an Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten, im Kinderhaus und in der Grundschule.

Die Kategorie II zeichnet Initiativen aus, die sich noch in der Planungsphase oder im Aufbau befinden – auch hier konnte die Jury einen ersten Preis vergeben, dem ebenfalls ein Scheck in Höhe von 750 Euro beiliegt. Der erste Preis geht dabei an das Schultheater-Studio Frankfurt mit dem Vorschlag "Nordi 2050". Das Projekt entwickelt phantasierte, phantastische, aber auch absurde Zukunftsszenarien, die das Interesse für die Zukunft und Gegenwart des Stadtteils wecken soll. Unter dem Motto "Spiel mit Deinem Stadtteil" können Vereine, Schulklassen, Gemeindegruppen, Künstler und einzelne Personen mitmachen. Der zweite Preis geht an das Katholische Pfarramt Mariä Himmelfahrt. Der Vorschlag "Alt und Jung gemeinsam stark" verfolgt die Umsetzung eines Netzwerks gegenseitiger Hilfe zwischen Jung und Alt, aber auch zwischen den unterschiedlichen Ethnien in Griesheim. Mit jeweils 500 Euro werden die zweiten Plätze bedacht, die in beiden Kategorien jeweils einmal vergeben werden konnten.

Der Jury lagen insgesamt 36 Bewerbungen mit innovativen Ideen und Aktionen vor. Die Vielzahl und die Vielseitigkeit der Vorschläge zeugen von einem aktiven Miteinander in den Stadtteilen. Sie spiegeln die große Zahl aktiver Gruppen und Einzelpersonen in den Wohnsiedlungen wider.

 

Helfen verbindet
Zum siebten Mal verleiht die Stadt den Nachbarschaftspreis

 
VON FRANZISKA SCHUBERT
 

Über mangelnde Hilfsbereitschaft in ihrer Stadt können sich Frankfurter wahrlich nicht beklagen. 36 Bewerbungen gab es für den Nachbarschaftspreis 2006, den die Stadt nun zum siebten Mal verleiht. Das vielfältige Engagement der Initiativen erstreckt sich über Seniorenfahrdienst, generationsübergreifendes Singen oder öffentliche Adventsfeiern. Bei der Preisverleihung am Mittwochabend in der Römerhalle dankte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) allen Helfern dafür, "dass sie Frankfurt liebenswert machen und Identität im Stadtteil stiften".

Allerdings "konnte sich die Jury nicht zwischen den hochwertigen Vorschläge entscheiden", gab sie zu. Deshalb vergaben die Juroren gleich zwei erste Preise in der Kategorie seit längerem bestehender Projekte. Ausgezeichnet wurde das Ökumenische Hilfenetz Goldstein / Schwanheim. In dem Projekt helfen 115 Ehrenamtliche rund 90 Menschen aus Schwanheim beim Putzen, Einkaufen, Gartenarbeit oder kleineren Reparaturen. Auf diesem Weg lernen sich Menschen aus 30 Nationen im Stadtteil besser kennen. Seit zwei Jahren versuchen die Helfer so die Lücke zwischen professionellen Hilfsdiensten und Nachbarschaftshilfe zu schließen.

 

Auch Karlheinz Grundlachs Engagement wurde mit dem ersten Preis geehrt. Seit knapp zehn Jahren opfert der Vereinsmann jeden zweiten Freitagabend für die Jugend. Bis nachts um 2 Uhr ist er in der Turnhalle des Frankfurter Turnvereins 1860 im Ravensteinzentrum zu finden, um Jugendlichen ohne Vereinsbindung Basketballspielen zu Discomusik zu ermöglichen. Das Projekt "Streetball by Night" ist alkohol- und gewaltfrei. Sein Motto: "Wer Sport treibt, sündigt nicht:" Mit dem Preisgeld von 750 Euro möchte Grundlach Jugendliche aus Nachbarländern wie Polen einladen.

Der ehemalige Lehrer Rainer Eckert heimste mit seinem Goldsteinprojekt den zweiten Platz ein. Sein Ziel ist zu verhindern, dass Kinder später drogensüchtig oder gewalttätig werden. Während das Selbstbewusstsein der Kinder spielerisch gestärkt wird, erfahren Erwachsene in Kursen und Vorträgen mehr über die Ursachen von Sucht und Gewalt.

Die jungen Projektleiter des Schultheater-Studios Frankfurt erhielten den ersten Preis in der Kategorie neuer Projekte. Bei ihrem Projekt Nordi 2050 können alle Interessierten ihre Zukunftswünsche für die Nordweststadt äußern. Platz 2 ging an das Katholische Pfarramt Mariä Himmelfahrt für das generationenübergreifende Projekt "Alt und Jung gemeinsam stark".
 


 
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Preis für Initiativen

Frankfurt. Den zum siebten Mal vergebenen Nachbarschaftspreis der Stadt Frankfurt hat Sozial- und Jugendstadträtin Daniela Birkenfeld (CDU) gestern Abend im Römer an drei Initiativen verliehen: Jeweils einen Scheck über 750 Euro erhielten der Verein Ökumenisches Hilfenetz Goldstein/Schwanheim, in dem 115 Ehrenamtliche für allerlei Hilfen wie Einkaufen, Putzen oder kleine Reparaturen zur Verfügung stehen; Karl-Heinz Gundlach mit seinem Vorschlag „Streetball by Night“ in der Halle des Frankfurter Turnvereins 1860 sowie das Schultheater-Studio für das Projekt „Nordi 2050“, das verschiedenste, teilweise phantasierte Zukunftsszenarien entwickelt, die Interesse an Gegenwart und Zukunft des Stadtteils wecken sollen.

Zweite Preise, jeweils mit 500 Euro dotiert, bekamen Rainer Eckert mit seinem „Goldsteinprojekt“ zur Sucht- und Gewaltprävention, das sich vor allem an Kinder in Kitas und Grundschulen richtet, und das katholische Pfarramt Mariä Himmelfahrt, das in Griesheim gegenseitige Hilfen von jungen und alten Menschen organisiert.

Insgesamt hatten der Jury in diesem Jahr 36 Bewerbungen vorgelegen. (fnp)

Quelle: Frankfurter Neue Presse vom 27.09.2007

 

Veröffentlichung des Dezernats Soziales, Jugend und Sport der       Stadt Frankfurt am Main vom 09.07.2007

Stadträtin Prof. Dr. Birkenfeld, Vertreter Sportjugend, Werkstatt Frankfurt und Teilnehmer des Projekts

Frankfurt am Main, 9. Juli 2007

 Pressemitteilung

Stadträtin stärkt Verbindung zwischen Sozialem und Sport

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld will im Rahmen des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ Erzieherinnen zu Übungsleiterinnen ausbilden lassen. „Je früher unsere Kinder an Sport herangeführt werden, desto besser“, sagte die Sozial- und Sportdezernentin mit Blick auf die wachsende Zahl übergewichtiger Mädchen und Jungen. Gleichzeitig unterstrich die Stadträtin die soziale Bedeutung: „Sport bringt Menschen zusammen und stärkt den Zusammenhalt.“

 Die Quartiere des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“, ehemals „Frankfurt – Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“, bieten sich aus Sicht der Dezernentin für entsprechende Pilotprojekte an: „Hier haben wir durch die Stabsstelle, die in meinem Dezernat angesiedelt ist, und durch das Quartiersmanagement die Möglichkeit, die Arbeit intensiv zu begleiten und auszuwerten.“

 Die Stadträtin kündigte ihre Pläne heute anlässlich der Verleihung von Übungsleiterlizenzen an eine Teilnehmerin und drei Teilnehmer des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes „Sport“ mit, das im Jahr 2003 von der Stabsstelle „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ initiiert wurde. Die jungen Erwachsenen ohne Job haben im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit die sportfachlichen und sozialen Kompetenzen erworben, Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche durchzuführen.

 Insgesamt umfasste die Ausbildung 120 Übungseinheiten. Den praktischen Teil absolvierten die Teilnehmer in Projekten der Sportjugend Frankfurt, die der Verein in den Quartieren des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ anbietet. Weitere Kooperationspartner des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes „Sport“ sind der Landessportbund Hessen und der Beschäftigungsträger „Werkstatt Frankfurt“.

 „Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie gut Soziales und Sport sich ergänzen“, sagte Birkenfeld. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekämen neben den sportfachlichen Kenntnissen „wichtige soziale und organisatorische Fähigkeiten“ vermittelt und verbesserten damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Kinder in den Quartieren profitierten von den zusätzlichen Sportangeboten im Rahmen des Projekts. Die Turn- und Sportvereine freuten sich über zusätzliche Übungsleiterinnen und Übungsleiter. „Und das alles zusammen fördert die Vernetzung in den Quartieren“, so die Stadträtin.

 

Frankfurter Rundschau vom 31.05.2007

Griesheim

Beim „European Neighbours Day“ entdecken Deutsche und Migranten, dass sie viel gemeinsam haben

Von Franziska Richter

Im Hintergrund leiert die Drehorgel. Dazu mischt sich das Geklapper von Geschirr. Auch ein paar türkische Wortfetzen klingen durch. Karlheinz Fritz spricht laut, vor allem aber engagiert: „Wichtig ist, dass wir hier selbstständig unsere Probleme bearbeiten“, sagt der 67-Jährige. Damit blickt der Sprecher der Gruppe „Nachbarschaft und Zusammenleben“ schon in die Zukunft. Um die geht es dem Quartiersmanagement des Internationalen Bundes (IB) in Griesheim-Nord, das vor zwei Jahren in das kommunale Programm „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“ aufgenommen worden ist.

Ruheständler Fritz redet über Deutsche und Migranten, über gegenseitige Offenheit, über gemeinsame Sorgen. Die Theorie wird um ihn herum lebendig, beim Nachbarschaftsfest, dem „European Neighbours Day“, das eigentlich auch in der Nordweststadt und in Niederrad gefeiert werden sollte, und wegen des Regens ausfallen musste. In den Räumen des IB aber plaudern Senioren zur Bratwurst, drehen Kinder am Glücksrad, tauschen sich ihre Mütter bei Kuchen aus. Der 19-jährige Stadtteilbotschafter Serkan Rahman hat eine Vision, er möchte sie alle an einen Tisch bringen.

Damit stößt er auf Zustimmung. „Wir müssen miteinander reden“, sagt Yilmaz Serep. Das will auch die Leiterin der Seniorengruppe, Edith Böhr. „Wir leben unter einem Dach“, sagt sie. Ihre Skepsis kann sie aber nicht verbergen: „Es sind doch die Migranten, die sich verschließen“, sagt sie. In der Frauengruppe sind 13 Nationen vertreten. „Wir haben mehr Gemeinsamkeiten als wir denken“, sagt die Marokkanerin Fatiha Asbai. Denn der Alltag in Griesheim-Nord, der sei doch bei allen derselbe. Siehe Interview

DUMMYA

© Copyright Frankfurter Rundschau                                                    Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 124)

Datum: Donnerstag, den 31. Mai 2007

 

„Konflikte gemeinsam lösen“

Pia Ettling bringt Griesheimer zusammen

Welche Probleme hat Griesheim-Nord?

Wir müssen mehr Bewusstsein für einen sauberen Stadtteil schaffen. Zum Beispiel, dass nicht Sperrmüll auf die Straße gestellt wird. Durch Aktionen wie gemeinsames Müllsammeln ist die Verantwortung schon gewachsen.

Worum wird im Stadtteil gestritten?

Hier leben Menschen aus 62 Nationen nebeneinander. Das größte Konfliktpotential aber gibt es zwischen Jungen und Alten, etwa, wenn Jugendliche sich abends zwischen den Häusern treffen und die Älteren einen ruhigen Abend auf ihrem Balkon haben wollen.

Wie haben Sie das gelöst?

Gemeinsam wurde überlegt, an welchen Orten in der Siedlung die Jugendlichen nicht stören. Die Treffpunkte wurden dann verlegt.

Was wünschen sich die Bewohner?

Wir haben vor kurzem eine Umfrage gemacht. Deren Hauptergebnis war, dass sich viele Menschen einen engeren Kontakt der verschiedenen Kulturen sehr wünschen. Junge Frauen und Migrantinnen haben eine Begegnungsstätte vermisst.

Sind die Wünsche in Erfüllung gegangen?

Ja, viele Bewohner engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen, etwa in der Frauengruppe oder dem Lernpoint, der Nachhilfe gibt.

Wie geht es in Griesheim jetzt weiter?

Wir müssen eine gemeinsame Begegnungsstätte für alle diese Gruppen finden. Noch treffen sie sich an unterschiedlichen Orten.

Interview: Franziska Richter

DUMMYA

© Copyright Frankfurter Rundschau                                                             Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 124)

Datum: Donnerstag, den 31. Mai 2007

 

Frankfurter Neue Presse vom 22.03.2007:

Soziale Stadt: Neuer Titel & mehr Mittel

Frankfurt. Das Frankfurter Programm Soziale Stadt firmiert künftig unter dem Titel „Aktive Nachbarschaft“. Sozialdezernent Uwe Becker (CDU) begründete dies gestern damit, dass es bei dem Projekt darum gehe, gemeinschaftliches Engagement und den Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen zu fördern. Zugleich stellte er vier neue Quartiere vor, die in das Programm aufgenommen werden: die Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen, die Siedlungen Atzelberg in Seckbach und Taunusblick in Zeilsheim sowie Rödelheim-West.

Auch nach Ablauf der maximalen Förderzeit von fünf Jahren werden nach Angaben Beckers weiterhin das Nachbarschaftsbüro in der Ginnheimer Platensiedlung, das Seniorenzentrum Am Bügel und Angebote in Fechenheim finanziell unterstützt. Für die acht großen Projekte, zu denen auch die Henri-Dunant-Siedlung (Sossenheim), die Siedlung im Mainfeld (Niederrad), Griesheim-Nord und die Nordweststadt zählen, sollen insgesamt 1,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, derzeit sind es 1,2 Millionen Euro. Becker zeigte sich überzeugt, dass die vergleichsweise geringe Aufstockung ausreichen wird. In diesem Zusammenhang hob er die Bereitschaft einiger Vereine und Organisationen in den neuen Förder-Siedlungen hervor, sich für die Ziele des Programms zu engagieren. Dies sei „eine gute Basis für eine erfolgreiche Arbeit“.

Erste Gespräche mit den vier Trägern (Caritas, AWO, Internationaler Bund und Diakonisches Werk), die auch bei den neuen Projekten Quartiersmanager benennen sollen, wurden bereits geführt. In Kürze soll der Magistrat das Projekt beschließen, spätestens in der ersten Sitzung nach der Sommerpause auch das Stadtparlament. Im Herbst sollen dann die neuen Projekte ihre Arbeit aufnehmen. (jge)

Frankfurter Rundschau vom 22.03.2007

Die Nachbarn sollen aktiv werden

Sozialdezernent Uwe Becker präsentiert die Neuauflage des Programms "Soziale Stadt" - jetzt für mehr Stadtteile

Der Atzelberg, Rödelheim-West sowie zwei Siedlungen in Zeilsheim und Sindlingen werden in das städtische Programm "Frankfurt - Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften" aufgenommen. Nur heißt das Programm jetzt "Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft".

Frankfurt - Die Bezeichnung "Sozialer Brennpunkt" mochte Sozialdezernent Uwe Becker (CDU) gestern nicht in den Mund nehmen. Doch es gebe nun einmal Siedlungen im Sozialen Wohnungsbau, in denen soziale Konflikte öfter auftreten als in anderen Wohngegenden. Nachdem seit sieben Jahren das städtische Programm "Frankfurt - Soziale Stadt -Neue Nachbarschaften" erfolgreich Wege gewiesen habe, das Wohnumfeld zu verbessern und Bewohner zur Selbsthilfe und zum Engagement zu motivieren, werde er Magistrat und Stadtverordneten vorschlagen, das Programm auszuweiten. Dabei soll der Name "Soziale Stadt" zugunsten des positiver besetzten "Aktive Nachbarschaft" geändert werden. Viel teurer soll die Änderung nicht kommen. Statt bisher 1,2 Millionen will die Stadt jährlich maximal 1,7 Millionen Euro dafür investieren.

In der Siedlung Atzelberg in Seckbach, in dem Wohngebiet in Rödelheim-West, zwischen S-Bahn-Linie, Lorscher und Westerbachstraße sowie in zwei Bereichen im Frankfurter Westen, die Hermann-Brill-Siedlung in Sindlingen und die Siedlung Taunusblick in Zeilsheim, soll vom Herbst an eine Infrastruktur aufgebaut werden, die sich in anderen Stadtteilen bereits bewährt hat: Quartiersmanager, Nachbarschaftsbüros und Anleitung für die Bewohner, selbst etwas für ein gedeihliches Miteinander zu tun.

Initiative aus den Stadtteilen
Die Projekte sind zunächst auf zwei Jahre angelegt, mit der Option auf Verlängerung auf maximal fünf Jahre. Im Programm sind neben vier neuen Siedlungen die Henri-Dunant-Siedlung in Griesheim, die Carl-Sonnenschein-Siedlung in Sossenheim, das Mainfeld in Niederrad und die Nordweststadt. Uwe Becker hat außerdem beschlossen, drei erfolgreiche Projekte punktuell weiter zu unterstützen: die Platensiedlung in Ginnheim mit ihrem funktionierenden Nachbarschaftsbüro, Am Bügel, wo sich im Seniorenzentrum mehrere Bewohner-Initiativen entwickelt haben, und in Fechenheim, wo nachbarschaftliche Strukturen im Aufbau seien.

Becker weist darauf hin, dass die Initiative für die Ausweitung der Projekte aus den Stadtteilen selbst kamen. Ortsbeiräte, Träger sozialer Einrichtungen und zum Teil Geschäftsleute hätten sich dafür stark gemacht, in Seckbach, Rödelheim, Sindlingen und Zeilsheim etwas für eine bessere Nachbarschaft zu tun. Wie bisher werde man auch in der "Aktiven Nachbarschaft" mit Diakonie, Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und dem Internationalen Bund als Träger der Quartiersarbeit zusammenarbeiten.

Mit der Namensänderung, so erklärte Becker, wolle die Stadt sich auf das eigentliche Ziel beziehen: die Nachbarschaft zu festigen und die Menschen zum gemeinsamen Gestalten anzuregen. Der Name verdeutliche, dass das Programm eine Ergänzung sei der von Bund und Ländern getragenen "Sozialen Stadt". Vor drei Jahren hatte die hessische Landesregierung die soziale und kulturelle Komponente aus ihrem Förderkatalog gestrichen und sich ausschließlich auf bauliche Veränderungen und Verbesserung der Bausubstanz konzentriert.

Das Sozialdezernat hat derzeit für das "Programm Aktive Nachbarschaft" eine Vorlage für Magistrat und Stadtparlament in Arbeit und streckt nach Auskunft Beckers bereits die Fühler für künftige Unterstützung in den Stadtteilen aus. Kurz vor den Sommerferien, spätestens unmittelbar danach könnten die Entscheidungen fallen. Im Herbst, so hofft der Dezernent, könnte das Erweiterungsprogramm dann in den nunmehr elf Stadtteilen anlaufen. Die Fachhochschule werde das "bundesweit einmalige Projekt" wissenschaftlich begleiten und untersuchen, welche Veränderungen sich in der Lebensqualität ergeben. Anne Lorenc

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Dokument erstellt am 22.03.2007 um 00:16:04 Uhr
Letzte Änderung am 22.03.2007 um 09:34:59 Uhr
Erscheinungsdatum 22.03.2007 | Ausgabe: S | Seite: 28