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Die Verleihung des Nachbarschaftspreises 2001 erfolgte durch Herrn Bürgermeister
Vandreike am 24.05.2002 im Römerkeller. Die Gestaltung des Festaktes drückte
Lob und Anerkennung für alle Teilnehmer und ihre Beiträge aus und
sollte Ansporn sein, ihre lebendigen Ideen stadtweit nachzuahmen.
In
Kategorie I wurden ausgezeichnet:

1.
Preis mit 750,- €

Projekt:
Nachhaltige Verbesserung der Siedlungsstrukturen und des
Wohnumfeldes
Initiator: Bürgerinitiative am Bügel, vertreten durch Herrn
Werner Waniek
Die Großwohnanlage Am Bügel mit nahezu 2000 öffentlich
geförderten Wohnungen wurde in den Jahren 1976/77 errichtet. Anfänglich
nicht vollständige Infrastruktur, Nachbarschaftskonflikte, Wegzug
mittelständischer Familien, Ansteigen
von Kriminalität und Vandalismus im Wohnumfeld sorgten für eine
schleichende Entwicklung zum Problemgebiet. Dieser Problematik entgegen
zu wirken, eine Integration aller Bewohnerinnen und Bewohner und
Wohnumfeldverbesserungen zu erreichen, setzte sich die 1997 gegründete
Bürgerinitiative am Bügel zum Ziel.
Durch hohes Engagement und Zielstrebigkeit, insbesondere in der
Zusammenarbeit mit den Wohnungseigentümern und unter
Einbeziehung aller Akteure im Stadtteil wurden wesentliche
Verbesserungen in der Wohn- und Lebenssituation erreicht. Konsequent
wurde an der Umsetzung von Projekten, z.B. Beseitigung von
Vandalismusschäden, Wege- und Grünflächenpflege, Mieterbeteiligung
u.v.m. gearbeitet. Vereinzelte Rückschläge in den vergangenen Jahren
ließen die Zuversicht der Bürgerinitiative auf ein gutes Gelingen
nicht sinken.
Das von der Bürgerinitiative am Bügel bisher erreichte Ergebnis ist
nicht nur beeindruckend, sondern auch Beweis, dass es dem „einfachen Bürger“
möglich ist, eine wesentliche Verbesserung seiner Siedlung zu erzielen.
2.
Preis mit 500,- €

Projekt:
Mieterbeirat
Initiator: Mieterbeirat Otto-Brenner-Str. 1 – 15, vertreten
durch Frau Sybille Grenzmehr
Die Arbeit des Mieterbeirates zeichnet sich durch
vielfältige Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung
aus. Neben Beratung in mietrechtlichen Fragen werden regelmäßige
Mieterversammlungen mit Gastvorträgen zu Schwerpunktthemen
veranstaltet, zudem wurde die Umsetzung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen
unterstützt. Darüber hinaus werden Sommerfeste, Nikolausfeiern für
die Kinder, Seniorenkaffee oder Aufräum- und Pflanzaktionen im
Wohngebiet organisiert. Mit Siedlungsbeauftragten und Wohngesellschaften
finden regelmäßig Treffen statt, ebenso erfolgt eine aktive Mitarbeit
im Präventionsrat.
Aus der bisherigen Arbeit entstand ein Mieter- und ein Jugendbeirat, die
sich zielgerichtet der Integration neuer Bewohner und Schaffung von
altersgerechten Freizeitangeboten widmen. Hierdurch wurde die
Siedlungsverbundenheit und das Eintreten für die Gemeinschaft
nachhaltig gefördert und gefestigt.
In Kategorie II
wurden ausgezeichnet:

1.
Preis mit 750,- €

Projekt: Lesungen im Stadtteil
Initiator: Regionalrat Fechenheim, AG Runder Tisch, vertreten
durch Frau Margitta Vietsch
Ein Wochenende war der Ortsteil Fechenheim in die
Welt der Literatur eingetaucht. Die Organisatoren und Mitwirkenden waren
Menschen, die im Ortsteil wohnen oder arbeiten. Örtlichkeiten, wie ein
Straßenbahnwagen an der Endstation, die Kirche, die Polizeiwache oder
das Heinrich-Schleich-Haus, erschienen durch die gelungenen Vorträge
von Gedichten, Geschichten und Lesungen den Fechenheimern in neuer
Atmosphäre. Es war Gelegenheit, für jung und alt, Männern und Frauen
unterschiedlicher Berufe oder Nationalität bei heiteren und
besinnlicher Literatur zu lauschen und miteinander ins Gespräch zu
kommen. Wer Lust hatte, konnte alle Stationen erleben, wer wollte, sich
an Einzelstationen erbauen. Im Rahmenprogramm zeigten die Skater ihr Können
und musikalische Darbietungen rundeten die Veranstaltung ab.
Das Ziel war, Menschen aus dem Stadtteil durch das Thema Literatur
zusammenzubringen, an Orten mit Personen, mit denen man im Alltag wenig
oder gar nichts zu tun hat. Die positive Resonanz aus der Bevölkerung
ermutigt den Regionalrat an einer Neuauflage zu arbeiten.
2.
Preis mit 500,- €

Projekt:
Videofilm „Angst in der Hand“
Initiator: Evangelischer Verein für Jugendsozialarbeit in
Frankfurt am Main e.V. Beratungsstelle für junge Spätaussiedler,
vertreten durch Frau Christel Puschmann-Weigelt
Die Beratungsstelle bot im Rahmen der offenen
Jugendarbeit ein Wochenendseminar mit
dem Medium Film an. Elf Jugendliche aus Spätaussiedlerfamilien mussten
sich nicht nur in der Gruppe zusammenfinden, sondern sich auf ein Thema
für einen gemeinsam zu erstellenden Film einigen. Danach ein Drehbuch
ausarbeiten, technische Handhabung in den Griff bekommen und
schauspielerische Fähigkeiten entdecken und entwickeln. Der entstandene
Film über Homosexualität wurde in einer Präsentation der Öffentlichkeit
vorgestellt. Dieser Auftakt
führte zu weiterem Zulauf von Jugendlichen aus dem Wohngebiet und gemeinsamen
Unternehmungen mit einer anderen örtlichen Migranten -Jugendgruppe.
Für die Sommerferien plant die Gruppe einen weiteren Film zum nicht
minder brisanten Thema „Rassismus und Ausländerhass“ auf die Beine
zu stellen.
Das Projekt zeichnet sich durch seine Initiative von Jugendlichen und
der Integrationsförderung aus.
Anerkennungspreise:

Die Einreichungen der anderen fünf
Wettbewerbsteilnehmer für den Nachbarschaftspreis 2001 konnten trotz
der hohen Qualität von der
Jury mit großen Bedauern in diesem Jahr nicht mit einem Preis prämiiert
werden. Dem Engagement dieser Teilnehmer dankte man durch die Vergabe
von Anerkennungspreisen in Höhe von jeweils 100,- €.
Projekt: Nachbarschaftskonfliktvermittlung
Im Heisenrath
Initiator: Frau Ilona Jones-Llugaliu
Interessierte und geeignete Bewohnerinnen und
Bewohner aus dem Wohngebieten wurden als Konfliktvermittler geschult und
stehen der Bewohnerschaft als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei
Konflikten wollen sie nicht als Schiedsmänner operieren, sondern nach
der win-win Methode die Menschen miteinander mit Verständnis und
Respekt wieder ins Gespräch bringen und gemeinsame Problemlösungen
erarbeiten.
Das Projekt dient der Verbesserung der Kommunikation und Integration
unterschiedlicher Gruppen im Wohngebiet. Nachbarschaften werden
aufgebaut und gefestigt und die Akzeptanz des Wohngebietes im Stadtteil
verbessert.
Projekt:
Organisation von Mieterversammlungen und Mieterfesten
Herausgabe der Zeitschrift „Stimme der Siedlung“
Initiator: Mieterverein Carl-Sonnenschein-Siedlung e.V.,
vertreten durch Herrn Adam Diebel
Der Mieterverein setzt sich für die Belange der
Mieter und das Image der Carl-Sonnenschein-Siedlung ein. Die Integration
der ausländischen Bewohnerschaft und gegenseitiges Kennenlernen der
unterschiedlichen Kulturen und Werbung um Verständnis für die Belange
Jugendlicher sorgen – nicht nur auf dem jährlichen Mieterfest - für
eine Stabilisierung der nachbarschaftlichen Beziehungen im Wohngebiet.
Die herausgegebene Zeitschrift „Stimme der Siedlung“ berichtet über
die neuesten Informationen, und bietet Raum Vorschläge, Anregungen und
Wünsche der Mieter weiterzutragen.
Projekt:
Gemeinsam für unsere Siedlung
Initiator: Aktionsbündnis Lebendiger Riederwald, vertreten durch
Frau Andrea Schuck-Granderson
Das Aktionsbündnis gründete sich 1998 als
Abrisspläne größerer Teile der Siedlung bekannt wurden. In intensiven
Gesprächen mit der Bewohnerschaft und der Wohnungseigentümerin konnte
statt des Abrisses bestimmter Häuser deren Sanierung erreicht werden.
Das Ziel des Bündnisses ist der Erhalt der Wohnstruktur und der
sozialen Beziehungen im Riederwald. Als weitere Aufgabe soll das
Kulturangebot im Stadtteil verbessert werden. Erste Ansätze sind Film-
und Videovorführungen.
Projekt: Förderung
der Familie durch Unterstützung bei der Schaffung eines
familiengerechten und gesunden Lebensraumes für jedermann
Initiator: Siedlergemeinschaft Frankfurt am Main – Sossenheim III
Im deutschen Siedlerbund, Landesverband Hessen e.V., vertreten
durch Herrn Lothar Ockler
Der Verein unterstützt Familien bei der Schaffung
von Wohnraum mit der Zielrichtung der individuellen und
gesellschaftlichen Identifizierung. Er bietet
Rechtsberatung für eigengenutzte Häuser und Grundstücke, als auch
Fachberatung für die Anlage und Pflege von Nutz- und Ziergärten an.
Darüber hinaus werden zur Pflege und Intensivierung der Nachbarschaften
Veranstaltungen und Feste für die Siedlungsbewohner organisiert.
Projekt: Hilfenetz im Stadtteil
Initiator: Caritas der Gemeinde St. Johannes, Ap. e.V., vertreten
durch Frau Margurit Aßmann
Das Hilfenetz richtet sich mit seinem Angebot an
Haushalte mit hilfsbedürftigen Angehörigen und alleinlebende
Seniorinnen und Senioren, die bei der Bewältigung des Alltags Hilfen
benötigen. Beschäftigungssuchende und Sozialhilfeempfänger werden
gegen geringen Stundensatz vom Hilfswerk vermittelt. Die „Dienstleister“
erfahren den schonenden Einstieg und die Wiedergewöhnung an Arbeit und
das Gefühl des Gebrauchtseins. Im Jahr 2001 wurden
insgesamt 1185 Stunden vom Hilfenetz vermittelt. Durch das
Projekt wurden neue Nachbarschaftsbeziehungen geknüpft und
interkulturelle Brücken abgebaut.
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